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Lohndumping: Kritik an Deutschlands Schlachtern

Rennes > Die französische Fleischindustrie hat eine Vereinigung gegen Sozialdumping in der Branche insbesondere durch die deutsche Konkurrenz gegründet. Die Vereinigung verlangt von der französischen Regierung sowie von der Europäischen Kommission, dass sie sich des Themas annehmen und Deutschland dazu zwingen, in der Fleischindustrie einen Mindestlohn einzuführen, wie die Unternehmen am Donnerstag in Rennes mitteilten. Der frühere französische Premierminister Dominique de Villepin forderte Staatspräsident Nicolas Sarkozy auf, sich persönlich um das Thema zu kümmern.

Der Vereinigung der französischen Fleischindustrie zufolge stützt sich die deutsche Konkurrenz auf billige Arbeitskräfte, insbesondere aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten in Ost- und Südosteuropa oder aus Drittländern. Das Verhältnis der Arbeitskosten zwischen Frankreich und Deutschland wird mit „drei zu eins“ angegeben. In der Folge stagniere der Sektor in Frankreich, während er im Nachbarland wachse. Im Laufe von zehn Jahren sei die Schweineschlachtung in Frankreich um sechs Prozent zurückgegangen, in Deutschland sei sie um mehr als 30 Prozent gestiegen.

„Wir brauchen einen Einsatz auf dem höchsten Staatsniveau. Eine starke Agrarpolitik wird in erster Linie vom Präsidenten der Republik verteidigt“, sagte de Villepin, der der konservativen Regierungspartei UMP angehört, aber interner Rivale von Sarkozy ist.

Obwohl mehrere Branchen in Deutschland einen Mindestlohn eingeführt haben, hat das Schlacht- und Fleischereigewerbe bisher keinen Antrag dazu gestellt. Deshalb steht die Branche seit Jahren auch in Deutschland in der Kritik.

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CSRjournalist

Achim Halfmann ist Geschäftsführer von CSR NEWS und lebt im Bergischen Land. Seine Themen liegen vorallem in den Bereichen Gesellschaft, Medien und Internationales.

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