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UN-Chef unterstützt Sonderabgaben im Kampf gegen Armut

New York > UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon hat weltweite Sonderabgaben ins Gespräch gebracht, um zusätzliche Finanzmittel im Kampf gegen Armut und Krankheiten erhalten. Es lägen „innovative Ideen“ wie etwa eine Zusatzabgabe auf Flugtickets oder Finanzgeschäfte vor, die von den UN-Mitgliedsstaaten „ernsthaft untersucht und diskutiert werden“ sollten, sagte Ban in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP in New York. Mit Blick auf den am Montag beginnenden Sondergipfel der UNO zur Umsetzung der Millenniumsziele in den armen Ländern sagte der Generalsekretär: „Wir müssen enorme Geldsummen mobilisieren.“ Den zusätzlichen Finanzbedarf zur Erreichung der Ziele bezifferte er auf 100 Milliarden Dollar.

Ban räumte ein, dass die Umsetzung der Ziele bis zum Jahr 2015 nicht gesichert sei. „Uns läuft die Zeit davon“, sagte er zu AFP. „Ich weiß, dass es viel Skepsis gibt.“ Die sogenannten Millenniumsziele waren im Jahr 2000 von einem Sondergipfel der UNO verabschiedet worden. Sie sehen unter anderem vor, bis zum Zieljahr 2015 die Zahl der extrem armen und hungernden Menschen zu halbieren, die Kindersterblichkeit um zwei Drittel zu verringern und die Ausbreitung von Aids zu stoppen. Viele Hilfsorganisationen prognostizieren, dass die Umsetzung der acht Ziele bis 2015 nach derzeitigem Stand nicht gelingen werde.

Der UN-Generalsekretär rief zu einer Kraftanstrengung auf, um die Ziele doch noch umzusetzen. „Mit der richtigen Mischung aus politischer Führungskraft und Ressourcen können wir diese Ziele immer noch erreichen“, sagte er. Von dem UN-Gipfel in der kommenden Woche, an dem rund 140 Staats- und Regierungschefs teilnehmen sollen, erhoffe er sich ein „starkes Signal des politischen Willens“, um „Milliarden Menschen den Weg aus der Armut zu ermöglichen“. Die von Ban unterstützten Sonderabgaben sind umstritten. Länder wie Frankreich, Norwegen und Brasilien unterstützen sie. Gegner wie die USA verhinderten aber, dass sie in den Entwurf der Abschlusserklärung aufgenommen wurden.