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Afrika braucht mehr Wirtschaftswachstum

New York > Die Vereinten Nationen und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sehen Afrika infolge der Wirtschaftskrise vor “großen Herausforderungen” und haben zu mehr Hilfe für den Kontinent aufgefordert. Vor Beginn des UN-Gipfels zur Umsetzung der Millenniums-Entwicklungsziele legten die beiden Organisationen am Montag in New York einen gemeinsamen Bericht zu den Fortschritten in Afrika vor und zogen eine gemischte Bilanz.

In den Bereichen Regierungsführung, Frieden und Sicherheit, Grundschulbildung und Reduzierung der extremen Armut habe es “beachtliche Fortschritte” gegeben, heißt es in dem Bericht. UNO und OECD sehen jedoch “enorme Herausforderungen” in den Bereichen Trinkwasserversorgung und Zugang zu sanitären Anlagen. Auch die “nicht hinnehmbar” hohe Kindersterblichkeit sowie der Todesfälle von Müttern bei Schwangerschaft oder Geburt müssten verringert werden. Als Problem sehen die Verfasser des Berichts dabei die “ernsten” Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise für die Länder Afrikas. Demnach brach das durchschnittliche Wirtschaftswachstum von rund sechs Prozent in den Jahren 2006 bis 2008 auf 2,2 im Krisenjahr 2009 ein. Dieser Einbruch stelle die Bemühungen zur Erfüllung der Millenniums-Entwicklungsziele bis 2015 vor große Probleme.

Auf Einladung der Vereinten Nationen trafen am Montag rund 140 Staats- und Regierungschefs zu einem dreitägigen Gipfel in New York mit Vertretern der Zivilgesellschaft ein, um eine Zwischenbilanz zur Umsetzung der vor zehn Jahren verabschiedeten Millenniums-Entwicklungsziele zu ziehen. Die Vereinbarungen sehen unter anderem bis zum Jahr 2015 eine Halbierung der Zahl der Hungernden, eine Senkung der Kindersterblichkeit um zwei Drittel und einen Stopp der Ausbreitung von Aids vor. Experten warnen, dass alle Ziele verfehlt werden könnten.