Nachrichten

Kindersklaven auf Kakaoplantagen: “aber wir können doch keine Verantwortung übernehmen”

Ein Gastbeitrag von Dr. Michael Berger, Partner bei Systain Consulting.

Man will es eigentlich nicht wirklich glauben: es gibt sie wohl immer noch, die Kindersklaven. In der ARD kam am vergangenen Sonntag eine kurze Reportage (ca. acht Minuten) über den Einsatz von Kindersklaven auf Kakaoplantagen. Schauen Sie sich den Beitrag an.

Im Nachspann zum Bericht wird ein Verbandsvertreter der Kakaoindustrie zitiert, der begründet, warum die aufgelisteten Unternehmen keine Stellungnahme zu den Aussagen des Berichtes nehmen: „Die gezeigten Plantagen seien gar nicht im Besitz der Firmen, also könne man auch keine Verantwortung übernehmen“.

Es ist leider nicht ganz unheikel, dass nicht gesagt wird, von welchem Industrieverband der zitierte Vertreter hier stammt. Denn so hat man schon etwas Auswahl. Man kann nur hoffen, (wenn die Aussage stimmt, was wir hier erst mal annehmen) dass es eine Institution ist, die nicht durch die genannten Unternehmen (Nestle, Cargill, ADM, Mars, Kraft, Barry Callebaut) autorisiert ist. Wenn dem doch so wäre, dann ist sicherlich noch genauer zu hinterfragen, wie dies mit Darstellungen z.B. von Barry Callebaut oder Mars oder Cargill (um nur die Hälfte herauszugreifen) zusammenpasst.

Die Reportage ist wohl Bestandteil eines größeren Filmprojektes. Auf dessen Website findet sich auch eine kurze Stellungnahme der Industrie.

Hinzuweisen ist auch auf eine Studie mit gleichnamigem Titel „Die dunkle Seite der Schokolade“. Keine Ahnung, ob das etwas miteinander zutun hat, die Vermutung liegt nahe (Studie des SÜDWIND e.V. gefördert vom Bistum Aachen und den Evangelischen Kirchenkreisen Aachen und Jülich.

Da bin ich schon etwas gespannt, was wir mit unserer Studie zur Nachhaltigkeit im Cocoa Sektor bewirken können.

———-
Diskutieren Sie das Thema mit uns im XING-Forum CSR Professional.