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Zukunft geht anders! – Jubiläumstagung von IÖW und VÖW

Unter dem Titel „Transformationen – Auswege aus der Wachstums- und Klimakrise“ fand heute die Jubiläumstagung des Instituts und der Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW und VÖW) in Berlin statt. Rund 170 Teilnehmer aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft diskutierten in Berlin gemeinsam mit den Jubilaren Konzepte und Umsetzungsstrategien für einen nachhaltigen Wandel der Gesellschaft.

Katrin Lompscher, Berliner Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, unterstrich in ihrem Grußwort die Relevanz von Transformationen: „Die aktuellen Krisen in Wirtschaft und Umwelt zeigen, dass ein großer gesellschaftlicher Reformbedarf besteht. Es ist ein gesellschaftlicher Umbau notwendig, der nur sozial und ökologisch gleichzeitig sein kann. Das IÖW leistet dafür seit seiner Gründung vor 25 Jahren wichtige Forschungsarbeit. Das bleibt auch für die Zukunft hoch aktuell.“

Thomas Korbun, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des IÖW, schließt sich dieser Einschätzung an: „Heute, 25 Jahre nach der Gründung von IÖW und VÖW, sind die Themen Umweltbelastung und Klimawandel sowie die Kritik an der Wachstumsgesellschaft dringlicher denn je. Alternative Konzepte und Experimente gibt es zwar in großer Zahl, sie bleiben aber oft in der Nische.“ Der Vorsitzende der VÖW, Bernd Siebenhüner, hob daher die Rolle von zentralen Akteuren hervor: „Was wir brauchen, sind Personen in Unternehmen, Politik und Wissenschaft, die einen weitreichenden Wandel voranbringen wollen. Diese Akteure gilt es zu finden und zu unterstützen.“

So war die Diskussion um Umsetzungsstrategien und Akteure für nachhaltige Transformationen auch das Herzstück der Tagung. Hier wurde u. a. der Frage nachgegangen, welchen Beitrag Unternehmen leisten können und müssen. Auch der Zusammenhang zwischen Wachstum und Transformationen wurde thematisiert: Gibt es ein „angemessenes“ Wachstum und einen „angemessenen“ Gewinn? Und ist Wachstum vielleicht notwendig, um Transformationen voranzutreiben?
Change Maker, Carrotmobs und Netizens – dies waren die Schlüsselbegriffe in der Diskussion um Nachhaltigen Konsum. Michael Dettbarn stellte das innovative Konzept Carrotmob vor, bei dem das Prinzip des Boykotts umgedreht und Geschäfte belohnt werden, die bereit sind, sich zum Positiven hin zu verändern. Als weiteres Beispiel für dezentrale Strategien mit großer Reichweite wurden 100%-Erneuerbare-Energien-Regionen diskutiert. Was die vermeintliche Einflusslosigkeit des Einzelnen in Bezug auf nachhaltige Transformation angeht, so lautete das Fazit der Teilnehmenden: Doch, es geht – kommt auf Dauer aber nicht ohne nachhaltige Politik aus.

Auf der Suche nach Schlüsselkonzepten für nachhaltigen Wandel gingen die Tagungsteilnehmer der Frage nach, ob eine weitere Erhöhung des Wohlstands in Deutschland angesichts der negativen sozial-ökologischen Konsequenzen wünschenswert sei. Mathias Binswanger von der Fachhochschule Nordwestschweiz verwies hier auf Studien, die belegen, dass das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf ab einem bestimmten Niveau die Menschen nicht mehr glücklicher mache. Er plädierte daher für Indikatoren, die eine tatsächliche Erhöhung der Lebensqualität ins Visier nehmen. Diesen Ansatz unterstrich Reinhard Loske, Bremer Umweltsenator: „Die Suche nach dem rechtem Maß, das wir finden müssen, um den Klimawandel wirksam bekämpfen zu können, steht weltweit an.“

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