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BP-Konzern will nach Ölpest vor US-Küste Vertrauen wiedergewinnen

London > Der nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko massiv unter Beschuss geratene Energiekonzern BP will wieder das Vertrauen der Öffentlichkeit gewinnen und führt dafür ein neues Sicherheitsmanagement ein. Die neue Abteilung für Sicherheit und operationelles Risiko bekomme die Befugnis, in alle technischen Abläufe innerhalb des Unternehmens einzugreifen, erklärte der designierte Konzernchef Bob Dudley am Mittwoch. Dudley übernimmt am Freitag die Leitung des britischen Unternehmens von Tony Hayward, dem nach der Explosion der BP-Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im April besonders von der US-Regierung unzulängliches Krisenmanagement vorgeworfen wurde.

Die geplanten Änderungen seien „die ersten und dringendsten Schritte“, um das Vertrauen von Kunden, Regierungen, Angestellten und der gesamten Öffentlichkeit in BP wiederzugewinnen, teilte Dudley mit. Die neue mächtige Abteilung für Sicherheit wird von dem BP-Manager Mark Bly geführt, der bereits die konzerninterne Untersuchung über die Ursachen der Explosion der Bohrinsel und der dadurch verursachten Ölpest leitete. Das Personal der neuen Einheit soll den Plänen zufolge besonders auf den Förderungsanlagen und in den Raffinerien eingesetzt werden.

Als weitere Lehren aus der Katastrophe, die BP nach eigenen Angaben mehr als 32,2 Milliarden Dollar (knapp 24 Milliarden Euro) kosten könnte, sollen die Prämienregelungen für Mitarbeiter überprüft und die Kooperation mit Subunternehmern unter die Lupe genommen werden. Ein interner Bericht zu dem Unfall hatte als Mitschuldige an der Ölpest auch den Plattformeigner Transocean und das für die Zementierung der Ölquelle zuständige Unternehmen Halliburton ausgemacht.

Nach der Explosion der BP-Förderplattform im Golf von Mexiko am 20. April hatte es 87 Tage gedauert, bis der Ölfluss ins Meer gestoppt werden konnte. In der Zeit sprudelten laut einer in der vergangenen Woche veröffentlichten wissenschaftlichen Studie 4,4 Millionen Barrel Öl (knapp 700 Millionen Liter) ins Wasser. Das Unglück gilt als der schwerste Ölunfall weltweit.

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