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Umweltschützer ziehen in Finnland gegen Ostseepipeline vor Gericht

Helsinki > Umweltschützer aus Finnland und Estland ziehen gegen den Bau der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream vor das oberste finnische Verwaltungsgericht. Ein Sprecher des Tribunals sagte am Montag der Nachrichtenagentur AFP, einer Annahme der Klage stehe nichts im Wege. Ein Regionalgericht hatte eine Klage der Umweltgruppen im vergangenen Monat abgewiesen, wonach die Risiken des Pipelinebaus auf die Umwelt nicht ausreichend erforscht seien. Die größte finnische Umweltorganisation SLL und drei Gruppen aus Estland wollen erreichen, dass die Erlaubnis für den Bau der Gasleitung zurückgezogen wird.

Die bereits im Bau befindliche Ostsee-Gaspipeline führt vom russischen Wyborg nahe St. Petersburg bis nach Lubmin an der mecklenburg-vorpommerschen Küste. Die 1220 Kilometer lange Pipeline soll Erdgas unter der Ostsee hindurch von Russland nach Westeuropa transportieren. Die beiden Leitungen der Pipeline führen nach ihrer Fertigstellung durch russische, finnische, schwedische, dänische und deutsche Gewässer.

Da der Bau der Pipeline bereits im April begonnen hat, könnten die Kläger eine bevorzugte Behandlung des Falls verlangen, sagte der Sprecher des obersten finnischen Verwaltungsgerichts. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass eine Entscheidung noch in diesem Jahr falle. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit einer Klage durch das Tribunal liegt demnach bei bis zu zehn Monaten.

Mehrheitseigner im Ostsee-Pipeline-Betreiberkonsortium Nord Stream ist der russische Gasriese Gazprom mit 51 Prozent. Weitere Anteile halten die deutschen Firmen Eon Ruhrgas und die BASF-Tochter Wintershall, der französische Energiekonzern GDF Suez und das niederländische Unternehmen Gasunie. Die erste Röhre soll 2011 fertiggestellt sein, die zweite 2012. Das Projekt gilt als ein europäisches Schlüsselprojekt im Bereich der Energieversorgung. Mit dem Gas aus der Pipeline lassen sich laut Nord Stream 26 Millionen Haushalte versorgen.