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Katastrophenschutz: Gesamtes Ökosystem von Fluss in Ungarn zerstört

Budapest > Nach dem Chemieunfall in Ungarn ist nach Angaben eines Verantwortlichen des Katastrophenschutzes das gesamte Ökosystem des Flusses Marcal zerstört. Die „sehr hohen alkalischen Werte haben alles zerstört“, sagte der örtliche Leiter des Katastrophenschutzes, Tibor Dobson, der Nachrichtenagentur MTI. „Alle Fische sind tot und wir konnten auch die Vegetation nicht retten.“ Es sei versucht worden, den Laugengehalt durch die Zugabe von Säure und Gips in den Fluss zu verringern, sagte Dobson. „Aber es war umsonst.“ Nun sei das Ziel, den pH-Wert in den Flüssne Raab und Donau unter den Wert von neun zu bekommen, damit die dortigen Ökosysteme geschützt würden.

Am Donnerstagmorgen hatte der Giftschlamm erstmals die Donau erreicht. Laut Wasserbehörde wurden am Zusammenfluss von Raab und Donau pH-Werte zwischen 8,96 und 9,07 festgestellt worden. Normalerweise habe das Wasser einen pH-Wert von acht. Bei der Katastrophe am Montag waren vier Menschen ums Leben gekommen.

Die deutsche Sektion der Umweltschutzorganisation WWF machte die Betreiberfirma, aber auch die Europäische Union für die Katastrophe in der Aluminiumfabrik Ajka verantwortlich. „Nach Behördenangaben sind die nach WWF-Ansicht ohnehin viel zu laschen Sicherheitsvorschriften nicht eingehalten worden“, erklärte der WWF. Die EU trage eine Mitschuld, denn die Sicherheitsstandards für die Abfallentsorgung in der Bergbau-Industrie sind viel zu niedrig“, kritisierte WWF-Süßwasserexperte Martin Geiger. Die Industrie habe sich erfolgreich hohen Sicherheitsstandards widersetzt.