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oekom research: Giftschlamm in Ungarn kein Einzelfall

München > Mehr als 50 Prozent der von oekom research analysierten Bergbauunternehmen sind für schwerwiegende Umweltschäden verantwortlich. Unter Bezug auf den Nachhaltigkeitsanspruch der Metall- und Bergbauindustrie sagte Kristina Rüter, Research Director und branchenverantwortliche Analystin bei der Münchener Ratingagentur: „Diesem Selbstbild steht entgegen, dass weniger als 25 Prozent der weltweit wichtigsten börsennotierten Konzerne die Voraussetzungen für unser Rating erfüllen. Angesichts ihrer Bedeutung für die Wirtschaft ist dies absolut unzureichend.“ Mancherorts müsse für das Entstehen schwerer Umweltbelastungen nicht einmal ein Unfall geschehen. So seien der britisch-australische Rio Tinto-Konzern und das kanadische Unternehmen Barrick Gold an Bergbauprojekten in Indonesien und Papua Neuguinea beteiligt, bei denen Giftschlämme ohne Aufbereitung oder Zwischenspeicherung direkt in Flüsse oder ins Meer gepumpt würden. Die oekom research AG beobachtet kontinuierlich die Nachhaltigkeitsperformance von mehr als 130 der weltweit größten börsennotierten Metall- und Bergbaukonzerne. Unter den 31 analysierten Konzernen belegte der norwegische Aluminiumproduzent Norsk Hydro als Branchenführer mit der Gesamtnote B den ersten Platz. Auf den Plätzen zwei und drei folgen der deutsche Kupferproduzent Aurubis (B) und das finnische Stahlunternehmen Rautaruukki (B-). Nicht berücksichtigt wird das ungarische Aluminiumwerk MAL, das die bisher größte Umweltkatastrophe des Landes verursachte.

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