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Nachhaltigkeit bedeutet Top-Managern viel – nur Investoren nicht

Kronberg (Taunus) > 93 Prozent der Top-Manager gehen davon aus, dass Nachhaltigkeit ihr Kerngeschäft in den kommenden Jahren wesentlich prägen wird. Und die Hälfte von ihnen betrachtet die Umsetzung einer Nachhaltigkeitsstrategie über alle Unternehmensbereiche hinweg als größte Herausforderung. Das besagt die Studie „A New Era of Sustainability“, für die Accenture im Auftrag des UN Global Compact 766 Unternehmenslenker befragt hat – darunter 439 aus Europa.

Die Untersuchung zeigt auch, dass die Weltwirtschaftskrise der Bedeutung einer nachhaltigen Unternehmensführung keineswegs geschadet hat. Im Gegenteil: Für vier von fünf Befragten hat die Finanzkrise die Bedeutung von Nachhaltigkeit weiter erhöht. Und ebenfalls vier von fünf betrachten Fragen der Nachhaltigkeit bereits als Teil der Firmenstrategie.

Fünf wesentliche Voraussetzungen für die Integration von Nachhaltigkeit in das Kerngeschäft konnte die Studie ermitteln: Es braucht ein größeres Verbraucherinteresse, die „nachhaltige“ Weiterbildung von Mitarbeitern und Führungskräften, eine höhere Akzeptanz bei Investoren, die Messbarkeit der Nachhaltigkeits-Leistung und – überraschend für eine Umfrage in Unternehmen – eindeutige gesetzliche Vorgaben und damit gleiche Wettbewerbsbedingungen.

Nachhaltigkeit wird in Asien, Südamerika und Afrika etwas höher gewichtet als in Europa und Nordamerika. Eine deutlich geringere Beachtung findet das Thema bei Unternehmen im Nahen Osten und in Nordafrika. Nach Branchen besitzt Nachhaltigkeit eine sehr hohe Bedeutung bei den Autobauern, in der Konsumgüterindustrie und bei den Energieunternehmen. Drei Viertel der Top-Manager betrachten das Thema vor allem unter dem Gesichtspunkt der Markenpflege und der Vertrauensbildung. Weitere wichtige Motive für die Integration von Nachhaltigkeit in die Unternehmensstrategie sind Umsatzpotenzial, Kostensenkung, Mitarbeitermotivation und die Erwartungshaltung der Kunden. Ein Druck von Aktionären spielt dagegen nur in jedem zehnten Unternehmen eine Rolle. Entsprechend zeigt sich ein Drittel der Top-Manager davon überzeugt, dass die Finanzmärkte nachhaltige Unternehmensziele zu wenig anerkennen.

Nach Überzeugung von Walter Hagemeier, Geschäftsführer Management Consulting bei Accenture, kann sich heute jedenfalls kein Unternehmen ein Greenwashing leisten. „Nur wer Nachhaltigkeit auf Dauer in sein Kerngeschäft integriert und seine Kunden für das Thema begeistert, wird langfristig davon profitieren“, betonte Hagemeier.

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