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Neue Vorwürfe gegen Betreiber von chilenischer Unglücksmine

Santiago de Chile > Knapp eine Woche nach der spektakulären Rettung der 33 verschütteten Bergleute in Chile sind neue Vorwürfe gegen die Betreiber der Mine erhoben worden. Drei Stunden vor dem Einsturz des Stollens San José am 5. August hätten die Kumpel wegen ungewöhnlich lauter Geräusche die Verantwortlichen gebeten, die Mine verlassen zu dürfen, schrieb der Abgeordnete Carlos Vilches, der einer parlamentarischen Kommission zur Ermittlung der Unglücksursache angehört, am Dienstag in der Zeitung „La Tercera“. Dies sei ihnen jedoch verweigert worden.

Vilches berief sich in dem Beitrag auf die Aussage des Bergarbeiters Juan Illanes, der zu den Verschütteten gehörte. Dieser habe ihm geschildert, dass die Kumpel unter Tage unerwartet einen „sehr starken Lärm“ gehört hätten. „Sie haben darum gebeten, herausfahren zu dürfen, aber man hat ihnen dafür keine Genehmigung erteilt“, schrieb Vilches. Die Bergarbeiter würden den Betreibern und den Besitzern der Mine deshalb fahrlässiges Handeln vorwerfen. „Die Bedingungen und die Risiken waren bekannt, aber diese Herren haben so getan, als wäre nichts.“

Die 33 Bergleute waren nach 69 Tagen unter der Erde am vergangenen Mittwoch in einer Rettungskapsel an die Erdoberfläche zurückgeholt worden. Zwei Kumpel bestätigten der örtlichen Presse, dass es vor dem Unglück Probleme in der Mine gab. „In der Mine war ein Lärm und sie haben uns trotzdem unten gelassen“, sagte Jimmy Sánchez. Nach Angaben seines Kollegen Omar Reygadas, der vor der parlamentarischen Untersuchungskommission aussagen soll, hatte es schon Tage vor dem Unglück knarrende Geräusche gegeben. Die Bergarbeiter hätten die Leitung der Mine darüber auch in Kenntnis gesetzt.