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Deutschland stockt Hilfe für Schutz der tropischen Wälder auf

Nagoya > Die Bundesregierung stellt für den Schutz der tropischen Wälder zusätzlich zehn Millionen Euro zur Verfügung. Damit solle die für Artenvielfalt und Klima verheerende Zerstörung der Wälder aufgehalten werden, sagte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) am Dienstag auf einem Ministertreffen im japanischen Nagoya. Dort verhandeln derzeit 193 Staaten auf der UN-Artenschutzkonferenz über den Schutz der Biodiversität.

Jährlich gingen weltweit rund 13 Millionen Hektar Wald verloren, erklärte Röttgen in Nagoya anlässlich des Ministertreffens der im März gegründeten Globalen Partnerschaft zum weltweiten Schutz der Tropenwälder, das parallel zur UN-Artenschutzkonferenz stattfand. Der Verlust der tropischen Wälder habe Folgen für die Artenvielfalt und das Klima, sagte Röttgen. Damit „zerstören wir nicht nur unsere Lebensgrundlagen, sondern auch die künftiger Generationen.“

Die brasilianische Umweltministerin Izabella Teixeira warnte, der Erfolg der Verhandlungen auf der UN-Artenschutzkonferenz hänge auch von einer Einigung über Maßnahmen zur Beendigung der Biopiraterie ab. Es sei zwingend, klare verbindliche Regeln festzulegen, um die Plünderung genetischer Ressourcen und überlieferten Wissens in Entwicklungsländern zu stoppen, forderte Teixeira. Es sei wichtig zu schützen, es sei aber auch notwendig, den Nutzen zu teilen.
Seit zehn Tagen verhandeln 193 Staaten in Nagoya über ein Artenschutzabkommen. Ein zentrales Thema dabei ist das sogenannte ABS-Protokoll (Access and Benefit Sharing). Es soll den Zugang zu biologischen Wirkstoffen regeln und den Gewinn daraus, zum Beispiel bei der Entwicklung von Medikamenten, gerecht zwischen Industrie- und Entwicklungsländern aufteilen.

Das japanische Umweltministerium will den Entwicklungsländern nach eigenen Angaben bis zum Jahr 2014 rund 5 Milliarden Yen (44,2 Millionen Euro) zum Schutz bedrohter Arten und ihrer Lebensräume zur Verfügung stellen. Das Geld solle an die UN-Konvention für biologische Vielfalt (CBS) gehen, um Entwicklungsländern zu helfen, Strategien zur Bewahrung der Biodiversität zu entwickeln und Experten auszubilden, berichteten lokale Medien.

Die UN-Organisation für Nahrung und Landwirtschaft (FAO) warnte, der Rückgang der Artenvielfalt im Bereich der Nutzpflanzen stelle eine Gefahr für die Nahrungssicherheit dar. Die FAO geht davon aus, dass im 20. Jahrhundert 75 Prozent der Nutzpflanzenarten verloren gegangen sind. Die den Nutzpflanzen verwandten wilden Sorten müssten gesammelt und ihre genetischen Strukturen studiert werden, um ihre Fähigkeiten für die Landwirtschaft nutzbar zu machen, Hitze, Trockenheit oder Insekten zu widerstehen, fordert die FAO.

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