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Schutzmaßnahmen sicherten Überleben von 20 Prozent bedrohter Arten

Nagoya > Ein Fünftel der bedrohten Wirbeltierarten auf der Welt sind einer Studie zufolge durch Schutzmaßnahmen vor dem Aussterben bewahrt worden. Der Verlust von Wirbeltieren wäre weltweit um 20 Prozent höher, wenn keine Maßnahmen zum Schutz der bedrohten Arten ergriffen worden wären, erklärte die Naturschutzorganisation International Union for the Conservation of Nature (IUCN) in der Studie, die am Mittwoch am Rande der UN-Artenschutzkonferenz im japanischen Nagoya vorgestellt wurde.

Programme zur Aufzucht bedrohter Tiere, der Erlass von Jagdverboten, die Einrichtung von Naturschutzgebieten und Maßnahmen gegen die Ausbreitung fremder Arten hätten positive Wirkungen erzielt, heißt es in der Studie, an der 174 Wissenschaftler mitarbeiteten. IUCN zufolge handelt es sich um die erste weltweite Erhebung zum Verlust von Wirbeltierarten.

Als Hauptursache für den „besorgniserregenden“ Rückgang der Artenvielfalt bei Säugetieren, Vögeln, Amphibien, Reptilien und Fischen nannte IUCN die Zerstörung der natürlichen Lebensräume. Besonders problematisch sei die Situation in Südostasien, wo angesichts steigender Bevölkerungszahlen die tropischen Regenwälder zerstört würden.

IUCN zufolge erlebt die Erde derzeit das sechste Massensterben in ihrer Geschichte. Das Letzte war demnach das Verschwinden der Dinosaurier vor 65 Millionen Jahren.