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Gabriela Grillo erhält „Luther-Rose für Unternehmenscourage“

Gladbeck > Die Duisburger Unternehmerin Gabriela Grillo ist mit der Luther-Rose 2010 für gesellschaftliche Verantwortung und Unternehmercourage ausgezeichnet worden. Grillo ist geschäftsführende Gesellschafterin der Wilhelm Grillo Handelsgesellschaft und Aufsichtsratsvorsitzende der Grillo-Werke AG. Die Internationalen Martin Luther Stiftung ehrt mit der Unternehmerin eine Persönlichkeit, die „in beispielgebender Weise mit ihrem Leben und beruflichen Wirken die reformatorische Tradition von Freiheit und Verantwortung für das Gemeinwohl eingesetzt“ hat, heißt es in der Begründung zur Preisverleihung, die gestern im Rahmen der 3. Luther-Konferenz in Gladbeck stattfand.

In der Kirche für die Marktwirtschaft werben

Vorsitzender der Internationalen Martin Luther Stiftung ist Michael J. Inacker, Leiter Unternehmenskommunikation, Pubilc Affairs & CSR der Metro AG. Mit der Verleihung der Luther-Rose wolle die Stiftung einen Beitrag zur Überwindung der Sprachlosigkeit zwischen Wirtschaft, Kirche, Politik und Wissenschaft leisten, sagte der Inacker. Hier werde mehr übereinander als miteinander geredet. Im kirchlichen Raum wolle die Martin Luther Stiftung für die Marktwirtschaft werben und den Zusammenhang zwischen einem engagierten protestantischen Christsein und Unternehmertum aufzeigen.

Regional verwurzelte Unternehmer übernehmen Verantwortung

Es sind gerade die am Ort ihrer Geschäftstätigkeit verwurzelten Unternehmer, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Davon zeigte sich der Bundesvorsitzende der Jungen Union und Bundestagsabgeordnete Philipp Mißfelder (CDU) in seiner Festrede überzeugt. Es mache einen Unterschied, ob ein Unternehmer seine Kinder vor Ort in die Schule schicke und diese auf Nachrichten über das Unternehmen angesprochen würden – oder ob er in London oder New York lebe. „Große und umsatzstarke Familienunternehmen haben sich im Ruhrgebiet durch besondere soziale Verantwortung ausgezeichnet“, sagte Mißfelder. Der Name der Unternehmerfamilie Grillo sei den Menschen der Region durch viele Stiftungen ein Begriff.

Glaube hilft zur Konzentration auf das Wichtige

In seiner Laudatio bezeichnete der Münchener Theologieprofessor Friedrich Wilhelm Graf die Preisträgerin als eine Unternehmerin, die immer wieder Mut zu ‚verantworteter Freiheit‘ bewiesen habe. „Protestantische Freiheit bedeutet keineswegs Weltflucht, sondern genau umgekehrt ein verstärktes Ernstnehmen der Welt“, sagte Graf. Der christliche Glaube stärke Unternehmer, weil er ihnen zwischen Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden helfe und sie damit konzentrationsfähiger mache.

Die Freiheit und das Himmelreich gewinnen keine Halben

Wesentliche Prägungen verdanke sie ihrem Vater, der selten predigte und seinen Glauben vorlebte, sagte Gabriela Grillo nach der Preisvergabe. Das von diesem häufig zitierte Wort „Die Freiheit und das Himmelreich gewinnen keine Halben“ sein für sie zu einem Leitmotiv geworden. Die Unternehmerin studierte Germanistik, Musik- und Theaterwissenschaften und war auch als Dressurreiterin erfolgreich: Von 1976 bis 1982 gehörte sie zur deutschen Nationalmannschaft errang 1976 bei den Olympischen Spielen in Montreal Mannschafts-Gold im Dressurreiten. Im Oktober wurde Grillo neben ihrer beruflichen Tätigkeit Kuratoriumsmitglied bei der Stiftung zur Förderung evangelischer Krankenhäuser. Die Grillo-Gruppe hat ihren Stammsitz in Duisburg, ist in den Geschäftsfeldern Zink- und Schwefelverarbeitung, Metall und Chemie mit rund 1600 Mitarbeitern tätig und unterhält 15 Tochtergesellschaften in Europa, Asien und Amerika.

Verantwortungsbereite Wirtschaft und Bürgergesellschaft fördern

Die Internationale Martin Luther Stiftung wurde 2007 in Wittenberg gegründet. Sie will die Impulse der Reformation in einen Dialog zwischen Kirche, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik einbringen, „um so zur Entwicklung einer verantwortungsbereiten und leistungsstarken Wirtschaft und Bürgergesellschaft beizutragen“. Mit der Luther-Rose wurden bisher der Unternehmer Heinz-Horst Deichmann (2008) und der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Hans-Peter Keitel (2009), ausgezeichnet.

Weitere Informationen im Internet:
www.luther-stiftung.org

Foto: Gabriela Grilo und Michael Inacker bei der Preisvergabe.

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