Nachrichten

Versicherer wollen mit Verhaltenskodex schärfere Gesetze verhindern

Berlin > Mit freiwilligen Regeln für einen fairen Umgang mit ihren Kunden wollen die deutschen Versicherer schärferen Regeln durch die Politik zuvorkommen. Künftig sollen sich die Versicherer an einen Kodex halten, der es im Kern verbietet, hohe Provisionen über Kundenbedürfnisse zu stellen, wie aus einem Papier des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht, das der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch vorlag. Zuvor hatte die “Financial Times Deutschland” (Mittwochsausgabe) über die Initiative berichtet.

Wie aus dem zehn Punkte umfassenden Kodex hervorgeht, sollen Kunden transparent über die Renditechancen eines Produktes aufgeklärt werden. Zudem sollten die Vertriebssysteme von Versicherern einer “bedarfsgerechten Beratung” nicht widersprechen. Außerdem ist in dem Katalog vorgesehen, dass Kunden über mögliche Nachteile bei einem Versicherungswechsel aufgeklärt werden. Oft entstehen hohe Kosten bei Kündigung eines bestehenden Vertrages und weitere Kosten für den Neuabschluss. Vom Wechsel profitiert dann nur der Vermittler.

Der GDV erklärte, der Verband gehe davon aus, dass eine Vielzahl der deutschen Versicherer dem Kodex beitreten werden. Seit langem kritisieren Verbraucherschützer, dass viele Versicherungsvermittler beim Verkauf von Policen stärker auf ihre Provision für den jeweiligen Vertrag als auf die Bedürfnisse der Kunden achteten. Auch in der Bundesregierung und in der EU gibt es Bestrebungen, die Zahlung von Provisionen stärker zu reglementieren.

Seit 2008 haben Versicherungskunden bereits mehr Transparenz beim Abschluss einer Police. In jedem neuen Vertrag müssen inzwischen die Kosten aufgeführt werden, die für Abschluss und Management eines Vertrages anfallen.