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Telekom-Modellprojekt soll CO2-Ausstoß in Schwellenländern senken

Bonn > Mit Hilfe des Handys soll im Rahmen eines von Deutschland finanzierten Modellprojekts in Schwellenländern die Umweltbelastung durch den Autoverkehr gesenkt werden. In dem Pilotvorhaben von Deutscher Telekom und der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) sollen in Peking und Shanghai Smartphones und Navigationsgeräte mit spezieller Software ausgestattet werden, wie die Telekom am Mittwoch in Bonn mitteilte.

Diese Software soll etwa den CO2-Ausstoß des Fahrzeuges und möglichst verbrauchsarme Routen anzeigen. Umwelt- und Verkehrsbehörden bekämen zudem die Möglichkeit, die Informationen für eine umweltschonende Verkehrssteuerung zu verwenden. Speditionen wiederum sollen dadurch ihre Flotten bessern steuern können. So soll die Belastung mit Feinstaub und der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid (CO2) durch den Verkehr gesenkt werden.

Ziel der Partnerschaft zwischen dem Konzern und der weltweit im Auftrag des Bunds tätigen GTZ sei es, die Lebensqualität in den Millionenstädten Asiens, Südamerikas und Afrikas mit Hilfe schneller mobiler Internetdienste deutlich zu verbessern. Es lasse sich bereits heute durch die Verbindung von Informationstechnik, Mobilfunk und Satellitenortung das CO2 im Abgas während der Fahrt messen, ohne dass dafür spezielle Sonden nachgerüstet werden müssten.

Erste Versuche habe es bereits bei der diesjährigen Weltausstellung in Shanghai bei einer VIP-Flotte gegeben, erklärte die Telekom. In den fünfzig Fahrzeugen seien Smartphones mit einer speziellen Software im Einsatz gewesen. Diese hätten Beschleunigungs- und Bremsvorgänge sowie Streckenprofile des zurückgelegten Fahrwegs ermittelt. Zusammen mit den Verbrauchsangaben der Fahrzeughersteller ließen sich so die CO2-Emissionen berechnen.

Gleichzeitig gab es Versuche mit einem Anreizmodell, um das Fahrverhalten zu ändern. So seien Fahrer mit Parkgutscheinen belohnt worden, die an Ampeln langsamer beschleunigten und dadurch weniger CO2 ausstießen. Die Telekom sieht in dieser Art der Verkehrssteuerung für sich auch ein neues Geschäftsfeld. Bereits im September hatte der Konzern drei neue Topmanager installiert, die den Umsatz in möglichen Zukunfts-Geschäftsfeldern ankurbeln sollen.

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