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Russischer Medienunternehmer Lebedew gründet Journalismus-Stiftung

Berlin > Der russische Finanzmagnat und Medienunternehmer Alexander Lebedew will am 9. Dezember in Berlin die Gründung einer globalen Stiftung für investigativen Journalismus verkünden. Ziel der Stiftung sei es, länderübergreifende Recherchen zu organisieren, jährlich einen Preis zu stiften und der weltweiten Korruption entgegenzuwirken, sagte Lebedew dem Hamburger Nachrichtenmagazin “Der Spiegel”. Die Stiftung solle nach in Erinnerung an die Reformen des früheren sowjetischen Staatschefs Michail Gorbatschow “Glasnost” heißen.

Lebedew gehören die britischen Zeitungen “Independent” und “Evening Standard” sowie Anteile am russischen Blatt “Nowaja Gaseta”. Er selbst ist auch journalistisch tätig. Einige seiner Recherchen liefen über Jahre, manchmal stelle er Detekteien an, sagte der Unternehmer dem Spiegel.

In Russland werden Journalisten und Regierungskritiker immer wieder Opfer brutaler Angriffe. Der russische Journalist Oleg Kaschin war am 6. November im Zentrum von Moskau von zwei Männern zusammengeschlagen und schwer verletzt worden. Es wird vermutet, dass der Überfall mit seiner Berichterstattung über einen umstrittenen Autobahnbau durch den Chimki-Wald bei Moskau zusammenhängt. Kaschin hatte sich in der Angelegenheit mit Kreml-treuen Jugendgruppen angelegt.

Im November 2008 war der Journalist Michail Beketow, der ebenfalls über das Bauvorhaben im Chimki-Wald berichtet hatte, so schwer zusammengeschlagen worden, dass ihm ein Unterschenkel und mehrere Finger amputiert werden mussten. 2006 war die kremlkritische Journalistin Anna Politkowskaja vor ihrem Moskauer Wohnhaus erschossen worden. Der Fall hatte großes Aufsehen erregt und Zweifel am Aufklärungswillen der russischen Behörden hervorgerufen. Politkowskaja hatte für “Nowaja Gaseta” gearbeitet.