Nachrichten

Lidl fordert gesetzlichen Mindestlohn von zehn Euro

Neckarsulm > Die Billig-Supermarktkette Lidl fordert die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns von zehn Euro im Handel und “in jeder anderen Branche”. Nur mit einem verbindlichen Mindestlohn lasse sich der Missbrauch von Lohndumping wirksam unterbinden, erklärte Lidl-Chef Jürgen Kisseberth am Montag in Neckarsulm. Das Unternehmen habe sich mit seiner Forderung an alle Fraktionsvorsitzenden im Bundestag gewandt.

“Gleiche Arbeit – gleicher Lohn” und “Gute Arbeit – fairer Lohn” sollte zum Motto für die Situation aller Beschäftigten in Deutschland werden, erklärte Kisseberth weiter. Lidl sei “sehr” daran interessiert, dass die Diskussion um das Thema Mindestlohn lebendig bleibe.

Der Chef der Unternehmensgruppe Schwarz, zu der Lidl gehört, hatte bereits im Mai einen gesetzlichen Mindestlohn im Handel gefordert. Klaus Gehrig sagte, bei Lidl verdiene kein Mitarbeiter in den Filialen oder im Warenlager weniger als zehn Euro pro Stunde. Dies gelte auch für geringfügig Beschäftigte. Fast die Hälfte der Belegschaft arbeitet demnach in der höchsten Stufe des Einzelhandelstarifvertrages und verdient deutlich mehr als zehn Euro pro Stunde.