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Chinesischer Ölkonzern muss nach Ölpest Fischer nicht entschädigen

Schanghai > Nach einer schweren Ölpest vor der Nordostküste Chinas muss der staatliche Konzern China National Petroleum Corporation (CNPC) den betroffenen Fischern keine Entschädigungen zahlen. Stattdessen habe sich CNPC zum Bau neuer Raffinerien in der am schwersten betroffenen Hafenstadt Dalian bereit erklärt, berichtete die Wochenzeitung „Economic and National Weekly“ am Dienstag auf ihrer Internetseite. Im Gegenzug werde es die Stadtverwaltung übernehmen, die Fischer zu entschädigen. Laut der Wochenzeitung will CNPC in Dalian künftig 50,5 Millionen Tonnen statt der bisher 30,5 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr verarbeiten.

Im Hafen von Dalian waren im vergangenen Sommer zwei Pipelines explodiert. Nach Angaben der chinesischen Behörden flossen insgesamt 1500 Tonnen ins Gelbe Meer, doch Greenpeace befürchtet, dass das wahre Ausmaß der Ölpest weitaus größer war. Die Umweltschutzorganisation schätzt, dass zwischen 60.000 und 90.000 Tonnen Rohöl ins Meer gelangten und damit das 60-Fache der offiziellen Angaben. Bis sich die Umwelt von der Ölpest erholt, könnten nach Einschätzung von Greenpeace bis zu zehn Jahre vergehen. Die Verluste für die Fischindustrie dürften sich demnach allein im ersten Jahr auf bis zu 100 Millionen Dollar (rund 75 Millionen Euro) belaufen.