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Munich Re: 2010 so viele Naturkatastrophen wie selten zuvor

München > Die Welt ist 2010 von so vielen Naturkatastrophen heimgesucht worden wie selten zuvor. Das vergangene Jahr sah 950 Katastrophen wie Waldbrände, Erdbeben, Stürme oder Überschwemmungen, wie der weltgrößte Rückversicherer Munich Re (Münchner Rück) am Montag mitteilte. Das war die zweithöchste Zahl von Katastrophen seit dem Jahr 1980.

Mit 950 Naturkatastrophen habe das vergangene Jahr deutlich über dem Schnitt gelegen. Seit 1980 hatte es im Jahresschnitt 785 Katastrophen gegeben. Die beiden teuersten Katastrophen waren demnach mit 30 Milliarden Dollar das Erdbeben mit anschließendem Tsunami in Chile vom Februar und mit 9,5 Milliarden Dollar die Überschwemmungen in Pakistan von Juli bis September.

Die Katastrophen des Jahres 2010 führten laut Munich Re zu ungewöhnlich vielen Todesopfern. Die Gesamtzahl von 295.000 übersteige den Schnitt der vergangenen 30 Jahre von 66.000 um mehr als das Vierfache, teilte das Unternehmen mit. So seien allein beim Erdbeben in Haiti vom Januar über 220.000 Menschen gestorben. Mehr Tote hatte es demnach nur 1976 bei einem Erdbeben in China gegeben, als 242.000 Menschen ums Leben gekommen waren. Durch die Hitzewelle und die Waldbrände vom Sommer seien in Russland 56.000 Menschen getötet worden, die meisten von ihnen starben an den Folgen von Hitze und Luftverschmutzung.

Der gesamtwirtschaftliche Schaden weltweit betrug demnach 2010 rund 130 Milliarden Dollar (knapp 98 Milliarden Euro), von denen etwa 30 Prozent versichert gewesen seien. So hohe Schäden habe es in den vergangenen 30 Jahren nur sechs Mal gegeben.

Dagegen sei die Hurrikan-Saison in Nordamerika eher glimpflich verlaufen. Jedoch habe es so viele und so heftige Hurrikane gegeben wie selten zuvor in den vergangenen einhundert Jahren. Die Stürme hätten allerdings meist auf dem Meer ihre größte Stärke erreicht und nur relativ wenige Schäden angerichtet.

Dabei zeige sich der langfristige Trend, dass durch ein zunehmendes Aufwärmen der Wassertemperatur das Entstehen der Stürme begünstigt werde. Die wärmeren Meerestemperaturen seien „nicht mehr allein mit natürlichen Klimaschwankungen zu erklären“, erklärte Peter Höppe, Leiter der Georisikoforschung von Munich Re. Vielmehr trage offenbar der Klimawandel zu der Erwärmung der Weltmeere bei.

Auch der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjöll habe zu schweren Schäden geführt, weil durch das folgende Flugverbot viele wichtige Güter nicht an Industriebetriebe geliefert werden konnten. Die Kosten in Milliardenhöhe hätten vor allem die Fluggesellschaften tragen müssen, weil die Gefahren nicht versichert gewesen seien, teilte Munich Re mit.