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Deutsche Pharmafirmen sollen USA kein Gift für Todesspritze liefern

Berlin/München > Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat an die deutsche Pharmaindustrie appelliert, den USA das für Hinrichtungen eingesetzte Betäubungsmittel Thiopental nicht zu liefern. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte am Samstag gegenüber der Nachrichtenagentur AFP einen entsprechenden Bericht der „Süddeutschen Zeitung“. Rösler hat demnach die Herstellerfirmen und den Großhandelsverband in einem Schreiben eindringlich gebeten, Anfragen aus den USA zur Lieferung von Thiopental nicht zu entsprechen. Das Ministerium hat laut dem Zeitungsbericht auch ein Ausfuhrverbot geprüft, jedoch keine rechtliche Möglichkeit dafür gefunden.

Die USA haben seit mehreren Monaten Schwierigkeiten, das für Hinrichtungen genutzte Mittel zu erhalten. Thiopental wird in den USA nur von dem Pharmakonzern Hospira hergestellt, dieser hat jedoch seit längerem Probleme bei der Produktion. Da Thiopental in den USA bisher das einzige für Hinrichtungen zugelassene Mittel ist, musste bereits in mehreren Fällen die Vollstreckung der Todesstrafe aufgeschoben werden. Mitte Dezember wendete der US-Bundesstaat Oklahoma erstmals ersatzweise das Tierbetäubungsmittel Pentobarbital an. Da jedoch nicht vorab getestet worden war, ob es ebenso wirksam wie Thiopental ist, meldeten mehrere Rechtsexperten Bedenken an.