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Kommission sieht Nachholbedarf bei Chancengleichheit in Deutschland

Berlin > In Deutschland gibt es nach wie vor keine echte Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Bundesfamilienministerium beauftragte Sachverständigenkommission in ihrem Gutachten, das am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Die Experten fordern darin unter anderem die Abschaffung der Minijobs und eine Geschlechterquote für Aufsichtsräte. Das Gutachten bildet die Grundlage für den ersten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung, der bis zum Sommer verabschiedet werden soll.

Deutliche Kritik übte die Kommission an der Minijobstrategie der Bundesregierung. Diese sei aus Perspektive der Geschlechtergleichstellung „desaströs“, erklärte Ute Klammer, Vorsitzende der Sachverständigenkommission. Die Subventionierung geringfügiger, nicht sozialversicherungspflichtiger Beschäftigungsverhältnisse führe für verheiratete Frauen im Falle einer Scheidung nicht selten zu eklatanten Mängeln in der weiteren beruflichen Entwicklung und Absicherung im Alter. Solche Fehlanreize im Berufsleben müssten deshalb vermieden werden. Auch in anderen Bereichen, etwa bei der Verbesserung der Situation pflegender Frauen und Männer, sieht die Kommission Handlungsbedarf.

Die frauenpolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag, Dorothee Bär (CSU), erklärte, zwar seien Frauen und Männer auf dem Papier längst gleichberechtigt. In der Realität seien Frauen in Führungspositionen aber noch „massiv unterrepräsentiert“ und verdienten im Schnitt 23 Prozent weniger als Männer. Der Erste Gleichstellungsbericht sei daher „ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer echten Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen“, hob Bär hervor.

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