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Tunesische Minister in Davos: Wirtschaftliche Lage unter Kontrolle

Davos > Beim Wirtschaftsforum in Davos hat die neue tunesische Regierung um das Vertrauen von Investoren und Touristen geworben. Wirtschaftlich sei die Lage nach den tagelangen Protesten und dem Antritt der neuen Führung infolge des Sturzes von Präsident Zine El Abidine Ben Ali wieder unter Kontrolle, versicherte eine tunesische Regierungsdelegation am Samstag im schweizerischen Davos. Die Menschen gingen wieder zur Arbeit, die Märkte würden beliefert, die Dienstleistungen funktionierten, sagte der neue Chef der tunesischen Zentralbank, Mustapha Kamel Nabli. Auch wenn es weiterhin Demonstrationen geben sollte, sei dies kein „Grund zur Sorge“.

Der Minister für Informationstechnologien, Sami Zaoui, betonte, alle Nachbarländer hätten inzwischen die neue Regierung in Tunis anerkannt. „Für uns ist die Sache abgeschlossen.“ Die Lage in Ägypten, wo zehntausende Menschen auch am Samstag gegen die Führung von Präsident Husni Mubarak protestierten, wollte die Abordnung nicht kommentieren.

Nach erneuten Zusammenstößen zwischen Polizei und regierungskritischen Demonstranten hatte sich die Lage in der tunesischen Hauptstadt Tunis am Samstag entspannt. Der Platz vor dem Sitz von Ministerpräsident Mohammed Ghannouchi wurde abgeriegelt und gesäubert. Ghannouchi hatte am Donnerstag das Kabinett der Übergangsregierung nach dem Sturz von Ben Ali umgebildet und fünf Minister ausgewechselt. Er selbst blieb aber im Amt und erklärte, es handle sich um eine Übergangsregierung mit dem klaren Ziel, den Wechsel zur Demokratie einzuleiten.