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UN-Welternährungsorganisation warnt vor zunehmender Überfischung

Rom / Hamburg > Angesichts des steigenden Konsums von Fischereiprodukten sieht die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) „dringenden“ Handlungsbedarf, um die Fischbestände in den Weltmeeren zu stabilisieren. Weltweit seien im Jahr 2008 pro Kopf etwas mehr als 17 Kilogramm Fisch konsumiert worden, teilte die FAO am Montag in Rom mit. Dieser Anstieg auf einen Rekordstand sei unter anderem darauf zurückzuführen, dass immer mehr Speisefische in sogenannten Aquakulturen gezüchtet würden.

Trotzdem sei „keine Erholung“ der Fischbestände in den Weltmeeren zu beobachten, erklärte die FAO weiter. 32 Prozent der Ozeane seien überfischt, stark strapaziert oder in einer Phase der Erholung, hieß es. Dieser Anteil habe sich seit dem Jahr 2006 leicht erhöht. Daher müssten „dringend“ Gegenmaßnahmen wie zum Beispiel schärfere Maßnahmen gegen illegale Fischerei ergriffen werden. Die FAO schlug dazu in ihrem Bericht intensivere Kontrollen der Fischer, ihrer Schiffe und der von ihnen angebotenen Waren mit Hilfe von Registern vor.

Die Tierschutzorganisation WWF nannte den Bericht „alarmierend“. „Der Raubbau in den Ozeanen setzt sich ungebremst fort“, erklärte deren Fischereiexpertin Karoline Schacht in Hamburg. Für ein Drittel der weltweiten Fischbestände gelte mittlerweile die „Alarmstufe rot“. Die Fischereiindustrie setze „die Ernährungssicherheit der Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern sowie die Gesundheit der Meere aufs Spiel“, warnte Schacht. Eine von Politik und Industrie versprochene Trendwende sei bisher ausgeblieben.