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Selbstverpflichtung oder gesetzliche Quote – Wie werden Deutschlands Führungsetagen weiblicher?

Berlin > Wie kommen mehr Frauen in deutsche Führungsetagen? Familienministerin Kristina Schröder (CDU) fordert eine flexible Frauenquote. Die Unternehmen sollen sich selbst eine Quote setzen, zu deren Einhaltung sie dann aber gesetzlich verpflichtet sind. Schröder hatte dafür am Mittwoch Unterstützung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekommen. Die Regierungschefin sprach sich gegen eine von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) geforderte gesetzlich festgelegte Quote aus.

Einige Konzerne haben sich bereits selbst auf solche Quoten festgelegt: Eon wolle den Anteil weiblicher Führungskräfte mehr als verdoppeln, sagte eine Sprecherin dem „Handelsblatt“ vom Donnerstag. Derzeit liegt dieser Anteil demnach bei elf Prozent. Der Vorstand des Konzerns will laut Bericht in den kommenden Wochen exakte Zielgrößen festlegen und auch den Zeitraum definieren. Letztlich dürfte die Zahl zwischen 25% und 30% liegen, berichtete das Blatt unter Berufung auf Unternehmenskreise. Im Vorstand von Eon sitzt bereits eine Frau: Die ehemalige Chefin des UN-Kinderhilfswerks UNICEF, Regine Stachelhaus, ist zuständig für Personal, Informationstechnik, Einkauf, Recht und die Überwachung der Regeln (Compliance). Auch bei der Deutschen Telekom gilt als Zielvorgabe, bis Ende des Jahres 2015 einen Frauenanteil von 30% in oberen und mittleren Führungspositionen weltweit vorzuweisen.

In anderen europäischen Ländern bestehen dagegen gesetzliche Frauenquoten: In den Führungsetagen französischer Unternehmen sollen bis 2017 40% der Vorstandsmitglieder weiblich sein. In Norwegen sind börsennotierte Unternehmen seit 2006 zu einem Frauenanteil von mindestens 40% in Aufsichtsgremien verpflichtet. In den Niederlanden wurde jüngst entschieden, dass bis zum Jahr 2016 in Unternehmen ab 250 Mitarbeitern der Frauenanteil in Aufsichtsräten und Vorständen mindestens 30% betragen muss.

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