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Auftakt des Weltsozialforums in senegalesischer Hauptstadt Dakar

Dakar > Zum Auftakt des 11. Weltsozialforums in Dakar sind am Sonntag zehntausende Menschen zu einem Protestmarsch in der senegalesischen Hauptstadt zusammengekommen. Die Aufmerksamkeit des Treffens von Globalisierungskritikern aus aller Welt richtet sich in diesem Jahr vor allem auf die Volksaufstände in Nordafrika, die als Zeichen für die Krise des Kapitalismus gesehen werden. „Lasst uns aufhören, mit Mitleid auf den Maghreb und auf Afrika zu schauen“, sagte die Vorsitzende der französischen Sozialistischen Partei, Martine Aubry, die an dem Protestmarsch teilnahm. Die Aufstände zeigten, dass die Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen könnten.

Der Protestzug begann zunächst mit etwa 10.000 Teilnehmern, wie Journalisten berichteten. Gegen Ende des Aufmarschs versammelten sich nach Veranstalterangaben etwa 60.000 Menschen auf einem zentralen Platz in der senegalesischen Hauptstadt. Zu den Teilnehmern zählten auch zahlreiche Vertreter arabischer Länder. Sie forderten das Ende autoritärer und diktatorischer Regierungen. „Ich gehöre zu denen, die den Rücktritt von Husni Mubarak fordern, damit das Blut, das bei den friedlichen Protesten der vergangenen Tage vergossen wurde, nicht umsonst war“, sagte eine Ägypterin mit Blick auf den ägyptischen Staatspräsidenten. „Druck von der Straße ist es, was zu Ergebnissen führt“, sagte ein marokkanischer Gewerkschafter.

Die Teilnehmer des sechstägigen Treffens wollen in Dakar über Alternativen zum herrschenden Weltwirtschaftssystem beraten und sich für eine gerechtere Verteilung der Ressourcen der Erde einsetzen. Erwartet wurden bis zu 50.000 Teilnehmer, unter ihnen linksgerichtete Staatschefs wie Evo Morales aus Bolivien und Hugo Chávez aus Venezuela sowie der frühere brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva. Das Forum wurde 2001 als Gegengewicht zum Weltwirtschaftsforum in Davos ins Leben gerufen. Nach Nairobi 2007 wird die Veranstaltung nun zum zweiten Mal auf dem afrikanischen Kontinent abgehalten.

Auch das Gastgeberland Senegal kämpft angesichts schwerer sozialer und wirtschaftlicher Probleme mit zunehmender Unzufriedenheit in der Bevölkerung. „Afrika ist ein Beispiel für die größten Fehler von drei Jahrzehnten neoliberaler Politik“, hieß es von den Veranstaltern. „Als Reaktion schließen sich soziale Bewegungen und Bürger der Welt den Afrikanern an, die nicht den Preis für die aktuellen Krisen zahlen wollen, für die sie keine Verantwortung tragen.“ In Dakar werde mehr als auf früheren Weltsozialforen der Wunsch nach gesellschaftlichen Alternativen auf der Tagesordnung stehen, erklärte der Vertreter vom Anti-Globalisierungsnetzwerk Attac bei dem Forum, Hugo Braun. Am Weltsozialforum nehmen auch verschiedene deutsche Organisationen teil.

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