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Dioxinskandal beschert Bio-Großhandel im Januar 20 Prozent Plus

Nürnberg > Der jüngste Dioxinskandal hat dem Bio-Großhandel in Deutschland im vergangenen Monat ein ungewöhnlich hohes Umsatzplus beschert. Im Vergleich zum Januar 2010 nahmen die Umsätze um 20 Prozent zu, wie der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) am Dienstag auf der Messe „BioFach“ in Nürnberg mitteilte. Im zurückliegenden Jahr wuchsen die Umsätze im Bio-Großhandel demnach um 9,7 Prozent. Der Bio-Einzelhandel erzielte einen Umsatz von zwei Milliarden Euro. Für diejenigen Bioläden und Biomärkte, die auch 2009 schon am Markt waren, ergebe sich ein flächenbereinigtes Plus von 4,2 Prozent. Das sei „eine Bilanz, von der kaum eine andere Branche in Deutschland zu träumen wagt“, erklärte der BNN.

Immer mehr Menschen hätten „den Einheitsbrei mit Geschmacksverstärkern und künstlichem Aroma satt“, erklärte der Verband. Das belege auch eine Umfrage unter rund 320 Verbrauchern, von denen elf Prozent in Folge des Dioxinskandals ihr Einkaufsverhalten geändert hätten und nun häufiger zu Bioprodukten griffen. Demnach bezeichnet sich jeder Zehnte als Neukunde des Bio-Fachhandels. Von den Neukunden wolle wiederum jeder Zweite „auf jeden Fall“ oder „wahrscheinlich“ wieder dort einkaufen.

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) errechnete für den gesamten Biolebensmittel-Markt in Deutschland ein zweiprozentiges Umsatzplus im Jahr 2010. Demnach stagnierte das Wachstum des konventionellen Handels bei Bio-Produkten, während der Naturkost-Fachhandel um acht Prozent zugelegt habe. Das Marktvolumen betrug demnach insgesamt 5,9 Milliarden Euro.

Dabei war die Nachfrage nach Bioprodukten laut BÖLW weiterhin größer als das heimische Angebot, obgleich die ökologisch bewirtschaftete Fläche um 5,7 Prozent weiter gewachsen sei. Inzwischen werden demnach gut eine Million Hektar in Deutschland ökologisch bewirtschaftet. Die Zahl der Bio-Betriebe nahm binnen eines Jahres von 21.047 auf 22.200 zu, ein Plus von 5,4 Prozent.