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Überfischung zerstört biologisches Gleichgewicht in Weltmeeren

Washington > Wegen der industriellen Überfischung schwimmen immer weniger große Raubfische in den Meeren. Stattdessen haben sich die Bestände kleiner Fischarten in den vergangenen 100 Jahren nahezu verdoppelt, wie kanadische Wissenschaftler auf einer Konferenz in der US-Hauptstadt Washington am Freitag (Ortszeit) berichteten. Demnach sind die Populationen größerer Raubfische wie Kabeljau, Thunfisch oder Zackenbarsch wegen der kommerziellen Überfischung weltweit bereits um zwei Drittel geschrumpft, während Bestände kleiner Futterfischarten wie Sardinen, Sardellen und Sandaale davon profitierten.

Die Wissenschaftler um Villy Christensen von der University of British Columbia in Kanada untersuchten weltweit 200 marine Ökosysteme und fanden heraus, dass mehr als die Hälfte des Rückgangs der Raubfischpopulationen in den vergangenen 40 Jahren stattfand. Doch die kleinen Fischarten leiden laut Christensen nun ebenfalls unter der kommerziellen Überfischung, weil sie in den rasant wachsenden Aquakulturen als Fischmehl oder -öl verfüttert werden.

„Wenn die Überfischung der großen Räuber anhält, könnten unsere Ozeane eines Tages zu einer ‚Farm‘ werden, um Futter für die Aquakultur-Industrie zu produzieren. Dann heißt es: Tschüss, wilder Ozean“, warnte Christensen.

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