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Frachterhavarie: Norwegische Naturschützer entdecken ölverseuchte Vögel

Oslo > Nach der Havarie des isländischen Frachters „Godafoss“ im einzigen Meeres-Nationalpark Norwegens haben Naturschützer bereits bis zu 200 ölverseuchte Vögel gefunden. Am Samstag seien 50 verletzte Vögel gesichtet worden, am Sonntag weitere 100 bis 150, sagte Egil Soglo vom norwegischen Naturschutzamt der Nachrichtenagentur AFP. Etwa ein Dutzend Vögel seien aufgesammelt und eingeschläfert worden. Obwohl die Genehmigung erteilt worden sei, weitere Vögel einzuschläfern, sei dies angesichts der Wetterverhältnisse schwierig.

Das Schiff mit 800 Tonnen Treibstoff in seinen Tanks war am Donnerstagabend vor der Südostküste Norwegens auf Grund gelaufen und Leck geschlagen. Der Frachter hatte 439 Container an Bord, zwölf davon waren mit Dynamit beladen. Bis Sonntagmorgen wurde zwar das Dynamit aus dem Schiff geholt, das auslaufende Öl stellte dagegen weiterhin ein Problem dar.

Eis, Nebel und Temperaturen um minus 20 Grad Celsius erschwerten die Säuberung, teilte der norwegische Küstenschutz mit. Das Öl habe bereits einige gefährdete Uferbereiche erreicht. Um einen Überblick über das Ausmaß der Schäden zu bekommen, war der Küstenschutz weiterhin mit Hubschraubern und Flugzeugen im Einsatz.

Der Ytre Hvaler Meerespark war erst im Juni 2009 eröffnet worden und beheimatet eine Vielzahl von Seevögeln, Meerestieren sowie ein großes Kaltwasser-Korallenriff. Der Park ist nicht weit vom schwedischen Meeres-Nationalpark Kosterhavet entfernt. Auch der schwedische Küstenschutz beteiligte sich an den Säuberungsmaßnahmen.

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