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Aigner fordert internationalen Schulterschluss gegen Preisanstieg

Berlin > Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) hat einen „internationalen Schulterschluss“ gegen den Preisanstieg bei Lebensmittel gefordert. „Die Verteuerung bei Nahrungsmitteln ist auch eine Gefahr für die globale Stabilität und Sicherheit“, sagte Aigner der Nachrichtenagentur AFP. „Hier brauchen wir einen internationalen Schulterschluss.“ Die G-20-Staaten stünden vor einer globalen Herausforderung dramatischen Ausmaßes. Seit Jahrzehnten seien die Nahrungsmittelpreise nicht so hoch gewesen wie jetzt. „Der drastische Anstieg der Nahrungsmittelpreise stellt große Bevölkerungsgruppen in vielen Entwicklungsländern vor existenzielle Probleme. Sie sind auf unsere Solidarität angewiesen.“

Während zum einen die zunehmende Verknappung der Lebensmittel zu Preisanstiegen führe, werde die Situation noch durch Finanzspekulationen an den Rohstoffmärkten verschärft, kritisierte die Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Sie begrüße es daher, dass sich auch die G-20-Finanzminister bei ihrem Treffen am Wochenende in Paris mit dem Thema beschäftigen. „Nahrungsmittelmärkte dürfen nicht zum Objekt von Zockern werden“, sagte Aigner der AFP.

Aigner forderte eine Stärkung der Funktionsfähigkeit der Agrarmärkte, die Verbesserung von Markttransparenz und Marktinformation. „Wir müssen uns gemeinsam gegen Missbrauch und Manipulation von Preisen einsetzen. Genau dies werden wir auch an der Seite mit Frankreich im Rahmen der G-20 einfordern.“

Die jüngsten Unruhen in Ägypten, Tunesien und Algerien seien auch auf steigende Lebensmittelpreise zurückzuführen, sagte Aigner. „Wer einen Großteil seines Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben muss, wird auf die Straße gehen, wenn sich die Preise dafür verdoppeln.“ Die internationale Gemeinschaft stehe in der Verantwortung, das Menschenrecht auf Nahrung umzusetzen. „Gleichzeitig dürfen wir unsere Sicherheitsinteressen nicht aus dem Auge verlieren: Die dramatische Verteuerung der Nahrungsmittel, insbesondere in den ärmeren Regionen der Welt, kann zwangsläufig zu massiven Migrationsbewegungen auch in die EU führen.“

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