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Familienfreundliches Unternehmen: Staat soll mit guten Beispielen vorangehen

Nürnberg > Die meisten Eltern wollen ihre Kinder gut erziehen, erleben aber in kinderfreundliche Gesellschaft. Diese Ansicht vertrat die Trainerin Barbara von Schnurbein (Regen im Bayerischen Wald) am 23. Februar auf einem Seminar in Nürnberg, das im Rahmen der Konferenz christlicher Führungskräfte zum Thema „Beruf, Familie – und auch Zeit für mich“ stattfand. Damit sich eine familienfreundlichere Gestaltung des Arbeitslebens durchsetze, sollte der Staat mit gutem Beispiel voran gehen, bei allen Ministerien eine ausreichende Anzahl von Kindergärten schaffen und Unternehmen so ein nachahmenswertes Beispiel bieten. Zugleich müsse die Qualität der Kindergärten und Kindertagesstätten besser werden, Kinder sollten dort gefördert und nicht nur betreut werden. Viele Mütter gingen derzeit mit schlechtem Gewissen arbeiten.

Mit mehr Kinderkartenplätzen alleine ließe sich jedoch keine höhere Geburtenrate erreichen. „Krippenplätze erzeugen keine Kinder“, sagte von Schnurbein. Wichtig sei auch ein familienfreundlicheres Steuersystem, in dem Bildungsausgaben abzugsfähig seien. „Stellen Sie sich vier berufstätige Singles und eine vierköpfige Familie im Supermarkt vor: Beide kaufen die gleiche Pizza fürs gleiche Geld.“ Der Familie ständen aber deutlich weniger finanzielle Mittel zur Verfügung. Und schließlich müsse auch die Tätigkeit der Mütter höher gewichtet werden, die ihre Kinder zu Hause erziehen. Von Schnurbein: „Wir sollten lauter fordern, dass Muttersein als Beruf anerkannt wird.“