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„Sag die Wahrheit“ – Unternehmenskultur wichtigste Führungsleistung

Nürnberg > „Junge, wenn du nicht mehr weiter weißt, sag die Wahrheit.“ Dieser Hinweis seiner Großmutter sei für ihn zu einem Leitsatz geworden, sagte der Gründer der OBI Bau-und Heimwerkermärkte und geschäftsführende Gesellschafter der GRID Gesellschaft für Organisationsentwicklung mbH, Manfred Maus, auf dem Kongress christlicher Führungskräfte am 24. Februar in Nürnberg. „Die größte unternehmerische Leistung besteht darin, dass Sie eine Unternehmenskultur aufbauen.“ Dazu gehört für Maus die Ehrlichkeit. Unternehmer sollten auf internationalen Märkten keine Bestechungsgelder zahlen. Er selber sei beim Aufbau von OBI-Märkten in China mit solchen Erwartungen konfrontiert worden und habe sich mit seiner Ablehnung von Bestechungsgeldzahlungen im eigenen Haus durchsetzen müssen. Weiter gehört für Maus zur Ehrlichkeit, dass Unternehmer ihren Kunden nur versprechen, was sie auch halten können. In der Bankenwelt sehe er auch heute manches Versprechen, das voraussichtlich nicht zu halten sei.

Wirtschaftskrise nicht überwunden

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hält Maus nicht für überwunden. „Wer kann die weltweit angehäuften Schuldenberge zurückzahlen?“ fragte er. Die Krise zu ignorieren, sei die größte Gefahr. Unternehmer sollten ihre Mitarbeiter in das Nachdenken über den weltweiten Wandel und dessen Folgen einbeziehen. Wer in der wettbewerbsorientierten Gesellschaft Entscheidungen an den Menschen vorbei treffe, könne als Unternehmer nicht überleben. Gleiches gelte auch für die Kirchen.

Messen, ob Führung nach Werten gelingt

Er sei manchmal gefragt worden, ob man zugleich Katholik und Unternehmer sein könne, sagte Maus. Ein Unternehmer könne seine Firmen nach christlichen Werten führen; eine werteorientierte Führung lohne sich auch ökonomisch. Jedoch sollten Unternehmer unbedingt messen, wie diese Führung gelingt. Ein wichtiger Wert sei die Mitarbeiterzufriedenheit, denn zufriedene Mitarbeiter schafften zufriedene Kunden. Chefs sollten die Mitarbeiterzufriedenheit regelmäßig messen und den Kontakt zu ihren Mitarbeitern nicht verlieren, sagte Maus.

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