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Merkel will mehr Frauen in Führungspositionen durchsetzen

Berlin > Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft für mehr Frauen in Führungspositionen ausgesprochen und der Wirtschaft dazu „in naher Zukunft sehr zielorientierte Gespräche“ angekündigt. Merkel kritisierte am Samstag aus Anlass des 100. Internationalen Frauentages am kommenden Dienstag, dass die deutsche Wirtschaft vor zehn Jahren ein Selbstverpflichtung zu mehr Frauen in Führungspositionen abgeschlossen habe; doch diese Selbstverpflichtung blieb „leider unerfüllt“. Nun gehöre Deutschland in diesem Bereich „zu den Letzten in der Welt“. Deshalb müsse in den nächsten Jahren viel passieren.

Die FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, warnte die deutschen Unternehmen vor einer von der EU angeordneten Frauenquote, falls sie nicht rasch den Frauenanteil im Management erhöhen würden. „Wenn die großen Unternehmen sich nicht freiwillig verpflichten, wird die EU-weite Quote so sicher kommen wie das Amen in der Kirche“, sagte die FDP-Politikerin der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Die Politikerin zeigte sich zudem verwundert über das geringe Interesse deutscher Konzerne an einem Frauengipfel, zu dem EU-Kommissarin Viviane Reding am vorigen Dienstag nach Brüssel eingeladen hatte. Koch-Mehrin kritisierte, dass außer BASF-Chef Jürgen Hambrecht kein einziges deutsches Unternehmen der Einladung gefolgt sei: „Dies zeigt, dass die DAX-Unternehmen das Thema offensichtlich nicht so ernst nehmen, wie es ist.“