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Umweltbundesamt: Deutsche sollen ihre Handys länger nutzen

Berlin > Mit dem Hinweis auf knapper werdende Rohstoffe hat das Umweltbundesamt die Verbraucher aufgefordert, ihre Mobiltelefone länger zu nutzen. Jeder solle das eigene Handy gut pflegen und so lange nutzen, wie es nur gehe, sagte UBA-Präsident Jochen Flasbarth dem „Hamburger Abendblatt“ vom Donnerstag. Flasbarth begründete seine Forderung mit dem deutlichen Anstieg der Rohstoffpreise. Allein Kupfer sei seit dem Ende der letzten Wirtschaftskrise doppelt so teuer geworden. Auch Edelmetalle wie Gold, Silber und Palladium steckten in jedem Handy. Seine Behörde schätzt den Materialwert der mehreren Millionen aussortierten Mobiltelefone in deutschen Haushalten auf mindestens 65 Millionen Euro.

Den Mobilfunkanbietern warf Flasbarth vor, mit ihrer Tarifstruktur die Kunden zu einer ständigen Neuanschaffung von Handys zu drängen: „Innovativ und ressourcenschonend wäre es, statt bei Vertragsverlängerung immer ein neues Gerät zu subventionieren, dem Kunden eine kostenlose Dienstleistung zu schenken.“ Der Umwelt könne es auch nützen, wenn die Anbieter die Rückgabe alter Handys etwa mit Gutschriften auf ein neues belohnten. Das Umweltbundesamt forderte zugleich die Politik zum Handeln auf: So könnten etwa angelehnt an die Öko-Design-Richtlinie der EU nur noch Handys zugelassen werden, die einen bestimmten Anteil an recycelten Materialien aufweisen, sagte der UBA-Chef.