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Energieeffizienzagentur dena: ein Label und nachhaltige Ausschreibungskriterien

Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) bietet energieeffizienten Kommunen und Unternehmen ein Nachhaltigkeitslabel an. Dessen Wert lässt sich bezweifeln. Dennoch lohnt sich ein Blick auf das Informationsangebot der Agentur: Für Unternehmen deshalb, weil es Nachhaltigkeitskriterien in öffentlichen Ausschreibungen geht.

Berlin > Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) bietet energieeffizienten Kommunen und Unternehmen ein Nachhaltigkeitslabel an. Dessen Wert lässt sich bezweifeln. Dennoch lohnt sich ein Blick auf das Informationsangebot der Agentur: Für Unternehmen deshalb, weil es Nachhaltigkeitskriterien in öffentlichen Ausschreibungen geht.

Immer mehr Städte und Gemeinden gehen mit gezielten Energieeffizienzmaßnahmen beispielhaft voran. Insgesamt neun Kommunen wurden für ihre vorbildlichen Initiativen kürzlich mit dem Label „Good Practice Energieeffizienz“ der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) ausgezeichnet, meldete die Agentur am 16. März. Zu den Ausgezeichneten gehört die Stadt Hamburg, die in Zusammenarbeit mit der örtlichen Handels- und Handwerkskammer eine kostenlose Vor-Ort-Energieberatung für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) initiiert (http://klima.hamburg.de/umweltpartnerschaft). Die Stadt Weimar zeichnete besonders energieeffiziente Gebäude und Haushalte öffentlichkeitswirksam mit der „Grünen Hausnummer“ aus (http://stadt.weimar.de/aktuell/aktuelle-nachricht/archiv/2011/maerz/lang/vortragsreihe-energie-braucht-visionen-5/).

Die dena stellt in Sachen Energieeffizienz aber auch vorbildliches unternehmerisches Engagement vor, etwa das Host Europe-Rechenzentrum in Köln, das gegenüber traditionell errichteten Rechenzentren eine über 30 Prozent höhere Energieeffizienz ausweist. (http://www.hosteurope.de/content/Datacenter-Tour)

Um das Label „Good Practice Energieeffizienz“ können sich Unternehmen und Kommunen bewerben, indem sie Daten und Fakten zu ihren Aktivitäten und Projekten im Internet in einem von der dena vorgegebenen Profil erfassen. Die Agentur prüft die Angaben und stellt das Label aus. Genaue Anforderungen an die Bewerber nennt die dena nicht. Der Nutzen des Labels dürfte allerdings begrenzt sein: Bei über 300 verschiedenen Nachhaltigkeitslabel gelingt der Überblick nur noch versierten Experten und die Reichweiter der Internetseite www.good-practice-label.de ist eher gering.

Die Website der dena bietet vor allem der öffentlichen Verwaltung Hilfen für eine energieeffiziente Zukunftsgestaltung. Für Unternehmen ist die Seite dagegen aus einer anderen Perspektive interessant: Bei öffentlichen Ausschreibungen ist verstärkt mit Anforderungen aufgrund von Energieeffizienzkriterien zu rechnen. Denn Aufgabe der dena ist es, zur Umsetzung der Ziele der EU-Richtlinie „Endenergieeffizienz und Energiedienstleistungen“ beizutragen, die für alle EU-Mitgliedstaaten bis zum Jahr 2016 ein Endenergieeinsparziel in Höhe von 9% festlegt. Dieses Ziel soll auch durch Energieeffizienzmaßnahmen auf der Nachfrageseite erreicht werden. Anbieter tun gut daran, sich rechtzeitig auf solche Vorgaben einzustellen. Dazu finden sich auf der dena-Website Informationen.

Die dena im Internet:
www.good-practice-label.de