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Auch Führungskräfte unterstützen Atommoratorium

Düsseldorf > Auch in der deutschen Wirtschaft trifft das Atommoratorium der Bundesregierung einer Umfrage zufolge auf Zustimmung. Mit 63 Prozent halte die Mehrheit der Führungskräfte hierzulande das dreimonatige Aussetzen der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke für richtig, ergab die Befragung des Meinungsforschungsinstituts Psephos im Auftrag des „Handelsblatts“ von Freitag. Nur ein gutes Viertel halte das Vorgehen der Regierung für eine falsche und überstürzte Reaktion.

13 Prozent der Befragten machten sich demnach „große Sorgen“, dass eine ähnliche Atomkatastrophe wie in Japan auch in Deutschland passieren könnte. „Geringe Sorgen“ machten sich immerhin 55 Prozent, gar keine Sorgen 31 Prozent. Aus Sicht der Führungskräfte müsse die Pause nun nicht nur genutzt werden, um die Sicherheit der Akw zu prüfen, sagte Psephos-Chef Hans-Jürgen Hoffmann der Zeitung. Sie forderten auch, „die künftige Energiepolitik zu diskutieren“.

Auf Anfrage der „Financial Times Deutschland“ äußerten sich mehrere Vorstände großer Unternehmen ebenfalls kritisch über die Atomkraft. „Wenn am Ende einer Überprüfung herauskommt, dass Risiken nicht korrekt bewertet wurden, müssten für die Atomkraft Konsequenzen gezogen werden“, sagte Infineon-Vorstand Peter Bauer. Auch ein Ausstieg aus der Atomenergie dürfe „dann mittelfristig kein Tabu sein“.

Der Chef des Autovermieters Sixt, Erich Sixt, sagte demnach, die Katastrophe in Japan habe zu einem Stimmungswandel bei ihm geführt: „Ich war ein absoluter Befürworter der Kernenergie. Die Ereignisse in Japan stimmen mich aber nachdenklich. Ich habe jetzt erhebliche Zweifel am Nutzen der Kernenergie.“ Die „FTD“ zitierte zudem Bosch-Vorstand Franz Fehrenbach. Dieser habe auf einer Veranstaltung am Mittwochabend gesagt: „Bestimmte Risiken dürfen wir einfach nicht mehr eingehen. Auch das muss künftig zum technischen Fortschritt gehören.“

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