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Atomkonzerne wollen Geld für erneuerbare Energien streichen

Berlin > Wegen der staatlich angeordneten Abschaltung älterer Atomkraftwerke wollen die Akw-Betreiber offenbar ihre Zahlungen in den Fonds zur Förderung des Ausbaus erneuerbarer Energien vorerst einstellen. Das berichtete am Montag die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf Unternehmensangaben. „Wir zahlen nur für Reaktoren, die laufen“, zitierte das Blatt einen führenden Mitarbeiter eines der großen Energiekonzerne. „Wir prüfen aktuell, inwieweit sich die geänderten Umstände auf die Leistung der Förderbeiträge auswirken“, sagte demnach auch ein Sprecher des Akw-Betreibers Vattenfall.

Die Akw-Betreiber hatten im vergangenen Jahr die Zahlungen zur Förderung erneuerbarer Energien zugesagt. Damit sollte ein Teil der Zusatzgewinne abgeschöpft werden, die den Unternehmen durch die von Union und FDP durchgesetzte Verlängerung der Akw-Laufzeiten zufließen. Die Bundesregierung pocht offenbar auch weiterhin auf diesen Zahlungen. „Alles andere wäre Vertragsbruch“, hieß es laut „SZ“ aus dem Bundesfinanzministerium.

Unterdessen berichtete die Zeitung „Die Welt“, die Akw-Betreiber wollten während des von der Bundesregierung beschlossenen Moratoriums für sieben ältere Atomkraftwerke sowie den Pannenreaktor in Krümmel zusätzlich auch bis zu fünf der neun verbleibenden neueren Akw vorübergehend vom Netz nehmen. Begründet werde dies mit schon länger geplanten Revisionsarbeiten in den AKW Philippsburg 2, Emsland, Gundremmingen B, Grafenrheinfeld und Grohnde. Einer Bitte der Netzbetreiber, die Revisionen zumindest teilweise zu verschieben, wollen demnach zumindest einige der Unternehmen nicht nachkommen. Ein Engpass könnte deswegen laut „Welt“ möglicherweise besonders am Wochenende 21./22. Mai entstehen.

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