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Dax-Konzernchefs verdienten 2010 im Schnitt 4,27 Millionen Euro

Berlin > Die Bezüge der deutschen Konzernchefs sind im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Im Geschäftsjahr 2010 stiegen die Vergütungen für fast alle Vorstandsvorsitzenden der Unternehmen, die im Deutschen Aktienindex (Dax) gelistet sind, wie die Zeitung „Die Welt“ am Donnerstag berichtete. In vielen Fällen hätten sich die Bezüge der Topmanager sogar verdoppelt. Im Schnitt verdiente der Vorstandsvorsitzende eines Dax-Unternehmens nach Berechnungen der „Welt“ im Jahr 2010 durchschnittlich 4,27 Millionen Euro, gut 19 Prozent mehr als 2009. Damals lag das Durchschnittsgehalt bei 3,58 Millionen Euro.

Die „Welt“ hat nach eigenen Angaben die Geschäftsberichte der 29 Dax-Unternehmen ausgewertet, die bisher Zahlen vorgelegt haben. Nicht enthalten sind die Zahlen für die Commerzbank. Spitzenverdiener im Dax war demnach im vergangenen Jahr Martin Winterkorn, der Vorstandvorsitzende von Volkswagen, der insgesamt 9,33 Millionen Euro erhielt: ein Grundgehalt von 1,73 Millionen Euro und 7,6 Millionen Euro als erfolgsabhängiges Gehalt.

An zweiter Stelle stand demnach Siemens-Chef Peter Löscher mit einer Gesamtvergütung von 8,98 Millionen Euro, gefolgt von Daimler-Chef Dieter Zetsche mit 8,82 Millionen Euro. Zetsche sowie Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber (2,59 Millionen) und ThyssenKrupp-Lenker Ekkehard D. Schulz (3,35 Millionen) konnten ihre Gesamtvergütung demnach mehr als verdoppeln. Die Bezüge von MAN-Chef Georg Pachta-Reyhofen stiegen laut „Welt“ sogar um 300 Prozent auf 3,54 Millionen Euro.

Einbußen gab es für Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann (6,45 Millionen), RWE-Chef Jürgen Großmann (6,67 Millionen), Post-Chef Frank Appel (3,95 Millionen) sowie für Norbert Steiner (1,63 Millionen), der den Bergbaukonzern K+S leitet.

Ackermann war jahrelang der Spitzenverdiener im Dax gewesen und stand auch 2009 an der Spitze der Vergütungsliste. In diesem Jahr landete er allerdings auf Platz sechs. Er könnte zusammen mit rückwirkenden Zahlungen im kommenden Jahr allerdings noch auf bis zu neun Millionen Euro kommen. Die deutlichste Kürzung musste Beiersdorf-Chef Thomas Quaas verkraften: Seine Vergütung schrumpfte um fast 40 Prozent auf 1,1 Millionen Euro.

Die Berechnung berücksichtigt bar gezahlte Anteile, aktienbasierte Anteile und sonstige geldwerte Vorteile wie Dienstwagen oder Versicherungsprämien. Außen vor bei der Berechnung bleiben Abfindungen und Pensionsansprüche.