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20 Prozent aller Beschäftigten vom Burnout-Syndrom betroffen

München > Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sieht einen starken Anstieg sogenannter Burnout-Fälle. „Psychische Krankheiten sind stark auf dem Vormarsch, ihr Auftreten verdoppelt sich alle vier Jahre, und sie werden bis 2015 das quantitativ häufigste Krankheitsbild sein“, sagte der Verdi-Fachbereichsleiter Banken und Versicherungen, Klaus Grünewald, der Zeitung „Euro am Sonntag“. „Wir gehen inzwischen davon aus, dass 20 Prozent aller Beschäftigten betroffen sind. Vor allem die Leistungsträger brechen weg.“

Das Burnout-Phänomen, also starke emotionale Erschöpfung mit reduzierter Leistung, trete quer durch alle Branchen auf. Allerdings seien gerade Banker durch die Finanzkrise zusätzlich betroffen, sagte Grünewald.

Die Hypovereinsbank startete dem Bericht zufolge vergangenes Jahr eine Initiative und motivierte die Mitarbeiter, ihr komplettes Leben mit Hilfe eines persönlichen Stresstests zu durchleuchten. Zusätzlich wurden Führungskräfte für das Thema sensibilisiert und geschult. Die Commerzbank nimmt das Problem der psychischen Überforderung ihrer Mitarbeiter ebenfalls sehr ernst. „Die Belastungen gehen einher mit Arbeitsprozessen, die immer schneller und komplexer werden“, sagte die Leiterin des Bereichs Health Management bei der Bank, Karin Goldstein, der Zeitung. Die rund 60.000 Commerzbank-Mitarbeiter würden inzwischen von mehr als 40 Sozialarbeitern und Psychologen betreut.