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Jahr der Wälder: Büropapier zu selten recycelt

Nach Angaben des Umweltbundesamtes wurden im Jahr 2009 über 18 Millionen Tonnen Papier, Pappe und Karton verbraucht. Erhebliche Steigerungsmöglichkeiten für den Einsatz von Recyclingpapier sieht das Amt vor allem bei Büropapieren. Anlässlich des internationalen Jahres der Wälder ruft die Initiative Pro Recyclingpapier Unternehmen zur Umstellung auf recyceltes Papier auf.

Berlin > Anlässlich des internationalen Jahres der Wälder ruft die Initiative Pro Recyclingpapier Unternehmen zur Umstellung auf recyceltes Papier auf. Interessierte Unternehmen sollten in ihren Büros mindestens 25 Prozent Recyclingpapier verwenden, oder auf dieser Basis die Verwendung um mindestens 10 Prozent steigern. „Mit der Kampagne haben Unternehmen die Möglichkeit, Teil einer nationalen Nachhaltigkeitskampagne zur werden“, so Michael Söffge, Sprecher der Initiative Pro Recyclingpapier. Unternehmen, die dem Aufruf folgen, werden öffentlich gewürdigt. Söffge: „So wollen wir Unternehmen motivieren, bislang ungenutzte ökologische Einsparpotenziale zur Verbesserung ihrer Umweltbilanz zu nutzen“.

Nach Angaben des Umweltbundesamtes wurden im Jahr 2009 über 18 Millionen Tonnen Papier, Pappe und Karton verbraucht. Das entspricht etwa 226 Kilogramm pro Einwohner. Der Anteil von Altpapier an der gesamten inländischen Papierproduktion lag bei knapp 71 Prozent, einzelne Sorten – beispielsweise Zeitungspapiere – kommen sogar auf 100 Prozent. Erhebliche Steigerungsmöglichkeiten für den Einsatz von Recyclingpapier sieht das Umweltbundesamt vor allem bei Büropapieren. Davon werden jährlich rund 700.000 Tonnen verbraucht. Eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft A.T. Kearney lässt eine hohe Bereitschaft der Unternehmen erkennen, künftig verstärkt recyceltes Papier einzusetzen. Danach planen 39 Prozent der Unternehmen, die bereits Recyclingpapier einsetzen, ihren Anteil auf über 50 Prozent zu erhöhen. Von den Firmen, die noch kein Recyclingpapier im Bürobereich einsetzen, planen 29 Prozent eine entsprechende Umstellung. An der Studie nahmen 120 Unternehmen aus allen Branchen und jeder Größe teil.

Der Einsatz von Recyclingpapier leistet einen bedeutenden Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz. Im Vergleich zum Frischfaserpapier werden signifikant weniger Energie und Wasser verbraucht sowie die Abwasserbelastung auf einen Bruchteil reduziert und das bei gleichwertiger Qualität. Die Herstellung von Recyclingpapier benötigt dafür entsprechend sortiertes Altpapier. Der Mülltrennung, insbesondere beim Papier, kommt deshalb eine ebensolche Bedeutung zu. Die Wertschöpfungskette Papier leistet somit einen nachhaltigen Beitrag zum weltweiten Klima- und Ressourcenschutz und zur Erhaltung der biologischen Vielfalt. Wald ist ein unersetzbarer Speicher für die klimaschädlichen CO2-Emmissionen.

Die Teilnahme an der Kampagne ist hier möglich. Weitere Informationen zur Initiative Pro Recyclingpapier gibt es hier. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz BMELV informiert hier über das Jahr der Wälder.