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Japans Regierung denkt über Verstaatlichung von Tepco nach

Osaka > Japans Regierung denkt über eine Verstaatlichung des Energiekonzerns Tepco nach, der wegen seines Umgangs mit der Atomkatastrophe in dem Akw Fukushima 1 in der Kritik steht. „Es ist natürlich, darüber zu diskutieren, wie Tepco in Zukunft funktionieren sollte“, sagte der Minister für nationale Strategie, Koichiro Gemba, nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstag. Dabei sei eine Verstaatlichung „eine Option“. Regierungssprecher Yukio Edano sagte, „zu diesem Zeitpunkt“ erwäge die Regierung nicht die Verstaatlichung des Unternehmens.

Die Zeitung „Yomiuri Shimbun“ berichtete am Dienstag jedoch unter Berufung auf Regierungskreise, die Regierung erwäge bei der Aktiengesellschaft eine Mehrheit zu übernehmen. Auch werde erwogen, die Verantwortung für die Kosten der Atomkatastrophe zu übernehmen. Auch Gemba deutete an, dass der Staat die Kosten übernehmen könnte, die Tepco selbst nicht zahlen kann. „Da der Staat Atomenergie gefördert hat, ist es notwendig, dass der Staat letztlich die Verantwortung übernimmt“, sagte Gemba laut Kyodo.

Die Aktien von Tepco fielen am Dienstag um 18,67 Prozent, nachdem sie bereits am Montag um fast 18 Prozent gefallen waren. Damit haben die Aktien des Konzerns seit dem schweren Erdbeben und dem anschließenden Tsunami vom 11. März und der darauf folgenden Atomkatastrophe fast drei Viertel ihres Wertes verloren. Seit mehr als zwei Wochen versuchen Mitarbeiter des Konzerns im Atomkraftwerk Fukushima 1 eine Verschlimmerung der Atomkatastrophe zu verhindern. Tepco ist einer der weltweit größten Energieunternehmen. Mit 44,6 Millionen Kunden versorgt das Unternehmen mehr als ein Drittel der japanischen Bevölkerung mit Strom.