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Sustainable MBA: Die nachhaltige Zukunft des Managements

Nur zögerlich findet nachhaltiges Wirtschaften Einzug in die Lehrpläne an deutschen Universitäten und Hochschulen. Dabei sollte die Lehre von nachhaltiger und verantwortlicher Unternehmensführung im Erststudium verankert sein. Welche Studienmöglichkeiten gibt es?

Nürtingen > Wer, wenn nicht das Management, kann nachhaltiges, verantwortliches Handeln in Unternehmen vermitteln und vorantreiben? Dazu werden Führungskräfte benötigt, die wie selbstverständlich soziale und ökologische Aspekte bei unternehmerischen Entscheidungen berücksichtigen. Nur zögerlich findet nachhaltiges Wirtschaften Einzug in die Lehrpläne an deutschen Universitäten und Hochschulen. Nun stellte die dänische Aarhus School of Business (ASB) an deutschen Hochschulstandorten ihren „Zukunfts-MBA“ vor. „Der Sustainable-MBA unterscheidet sich dabei von anderen MBA Programmen vor allem durch seine konsequente Ausrichtung auf nachhaltiges Management“, beschreibt Steen Weisner, ASB Executive Director, das Angebot.

Das bedeutet im Detail, die konsequente Verbindung von betriebswirtschaftlicher Wissensvermittlung mit Nachhaltigkeits-, Wachstums- und Innovationsmanagement. Das Studium ist in fünf Phasen eingeteilt und erstreckt sich über 12 Monate. Dafür werden 20.000 Euro Gebühren fällig. Neben dem Abschluss eines Erststudiums werden diverse Sprachtests vorausgesetzt, sowie Empfehlungsschreiben, selbst verfasste Essays und ein Auswahlgespräch. Interessierte haben die Möglichkeit sich bis zum 1. Mai zu bewerben, das Studium beginnt dann am 1. September jeden Jahres.

Die Lehre von nachhaltiger und verantwortlicher Unternehmensführung sollte aber auch im Erststudium verankert sein. Bislang verbleibt Wirtschaftsethik meist in der Nische, oft werden erbrachte Leistungen aus entsprechenden Lehrveranstaltungen nicht auf Studienergebnisse angerechnet. Kein Schein, keine Studenten. Dabei ist das Interesse der Studenten groß. In einer deutschlandweiten Umfrage hat die Studenteninitiative sneep (Studentisches Netzwerk für Wirtschafts- und Unternehmensethik) ermittelt, zwei Drittel der befragten Studenten wünschen sich Wirtschaftsethik als Pflichtfach und zwar nicht nur in den wirtschaftsnahen Studienfächern, sondern quer durch alle Disziplinen. Das korrespondiert mit dem Aktionsplan CSR der Bundesregierung. Darin ist die Integration von CSR und Nachhaltigkeit in Bildung, Wissenschaft und Forschung ein wichtiges Aktionsfeld. In einem offenen Brief wandte sich sneep im vergangenen Dezember deshalb mit seiner Forderung an Bundesbildungsministerin Anette Schavan (CDU) und die Rektoren deutscher Hochschulen. „Bislang haben wir 50 Antworten bekommen“, zeigt sich sneep-Sprecher Christian Friedrich, erfreut, „deutlich mehr als wir erwartet haben“. Nur wenige Hochschulen fühlten sich durch die Forderung in ihrer Unabhängigkeit bedrängt. „Wir wollen den Hochschulleitungen nichts vorschreiben“, so Friedrich, „wir verstehen uns eher als Impulsgeber und wollen im Dialog die Integration ethischer Lehrinhalte vorantreiben“. In den nächsten Wochen wird sneep die Ergebnisse der bisherigen Antworten und Gespräche auswerten und veröffentlichen.

Infos zum Sustainable MBA der Aarhus School of Business gibt es hier.
Informationen zum offenen Brief der Studenteninitiative sneep auf der Website: www.sneep.info. Dort gibt es auch eine Übersicht der Hochschulen mit Wirtschaftsethik im Lehrangebot.

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