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Die Uhr tickt: WWF-Kampagne zum Jahr der Wälder

„Innerhalb der nächsten 14 Stunden verlieren wir Wald von der Größe Hannovers“. Mit diesem Satz präsentiert der World Wildlife Fund (WWF) in Hannover seinen Waldverlust-Ticker im Hannoveraner Hauptbahnhof. Für die Abholzung der Wälder ist nicht nur die Papierindustrie verantwortlich, sondern auch der weltweit wachsende Bedarf an Holz, Fleisch, Futtermitteln und Bioenergie.

Hannover > „Innerhalb der nächsten 14 Stunden verlieren wir Wald von der Größe Hannovers“. Mit diesem Satz präsentiert der World Wildlife Fund (WWF) in Hannover seinen Waldverlust-Ticker. Mitten im Hannoveraner Hauptbahnhof zählt eine große digitale Uhr die Vernichtung von Waldflächen. Nach Angaben des WWF wird weltweit jede Minute Wald in der Größenordnung von etwa 35 Fußballfeldern vernichtet, ein Verlust, der auch auf das Konto von Deutschland geht. „Wir Deutschen verbrauchen jedes Jahr allein 20 Millionen Tonnen Papier“, sagt Philipp Göltenboth, Leiter des Waldprogramms beim WWF Deutschland. „Pro Kopf sind das im Durchschnitt 235 Kilo pro Jahr für Küchenrollen, Pappbecher, Werbeprospekte, Druckerpapier und Taschentücher. Damit liegt Deutschland EU-weit an der Spitze.“ Der Waldverlust-Ticker steht noch bis zum 9.April in Hannover und wird anschließend auf weiteren deutschen Bahnhöfen Station machen.

Für die Abholzung der Wälder ist aber nicht nur die Papierindustrie verantwortlich. Auch der weltweit wachsende Bedarf an Holz, Fleisch, Futtermitteln und Bioenergie leistet seinen Beitrag. Natürlich gewachsene Wälder müssen Agrarflächen und Plantagen weichen. Nach Angaben des Forest Stewardship Council (FSC) wurden seit 1960 Tropenwälder in der Größe von halb Europa vernichtet, in Zahlen: 645 Millionen Hektar. Dieser Entwicklung will auch der FSC entgegenwirken. Seit 1993 setzt er sich für eine verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung ein. Mittlerweile sind weltweit 134 Millionen Hektar Wald FSC-zertifiziert. Anhand von zehn Prinzipien und 56 Indikatoren beurteilt der FSC den sozialen, ökonomischen und ökologischen Prozess der Forstwirtschaft, von der Aufforstung bis zum fertigen Produkt. Mit dem FSC-Siegel soll Verbrauchern die Orientierung beim Kauf von Produkten aus nachhaltigem Anbau erleichtert werden.

Zum Beispiel bei Tchibo. Zum diesjährigen „Tag des Waldes“ präsentierte das Unternehmen seine Frühjahrskollektion von Gartenmöbeln aus Hölzern mit FSC-Siegel. „Unsere Gartenmöbel aus Teak- und Eukalyptusholz sind aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft gefertigt und damit absolut umweltverträglich“, so Arndt Liedtke, Direktor Kommunikation bei Tchibo. Beim Kauf von Holzprodukten auf das FSC-Siegel zu achten, rät auch der WWF. Darüber hinaus bietet er auf seiner Website eine PDF-Software an, mit der dass drucken von Dokumenten nicht möglich ist.

Informationen zu den Aktionen des WWF im „Jahr der Wälder“ und zur Kampagne „Waldverlust-Ticker“ gibt es hier.

Der FSC informiert über seine Aktivitäten auf seiner Website: www.fsc-deutschland.de