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Ex-IWF-Chefökonom: Ackermann „einer der gefährlichsten Banker“

Berlin > Der ehemalige Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF), Simon Johnson, hält Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann für „einen der gefährlichsten Bankmanager der Welt“. Die von Ackermann für sein Institut angepeilte Eigenkapitalrendite von 20 bis 25 Prozent sei nur möglich, „weil er genau weiß, dass die Deutsche Bank ein Systemrisiko darstellt und daher von den Steuerzahlern gerettet würde, falls ein Konkurs droht“, sagte Johnson der „Tageszeitung“ (Donnerstagsausgabe).

Der Wirtschaftsprofessor forderte deshalb strengere Eigenkapitalregeln, als sie das internationale Bankenabkommen Basel III vorsieht: „Wenn das Finanzsystem sicher sein soll, muss das Eigenkapital bei 20 bis 45 Prozent der Bilanzsumme liegen“, zitiert in das Blatt weiter. Die Deutsche Bank komme derzeit nur auf vier Prozent.

Von strengeren Regeln sähen die Bankenaufseher aber ab, weil selbst sie glaubten, dass große Wirtschaftsnationen große Banken benötigten, die nicht zu sehr reguliert werden dürften. Für die Banken sei das ein Freibrief. Sie gingen „waghalsige Risiken ein, indem sie enorme Kredite aufnehmen, denen kaum Eigenkapital entgegensteht“. Die Absicherung übernehme der Steuerzahler, „das klassische Rezept für eine neue Krise“, sagte Johnson dem Blatt.

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