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DAX 30: Transparenz in der Nachhaltigkeitskommunikation

Die Unternehmen des DAX 30 legen fast vollzählig und in einer vergleichsweise hohen Qualität Nachhaltigkeitsberichte vor. Die Qualität der Nachhaltigkeitsberichterstattung der deutschen Unternehmen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen – dennoch gibt es nach wie vor Verbesserungsbedarf.

Frankfurt > Die Unternehmen des DAX 30 legen fast vollzählig und in einer vergleichsweise hohen Qualität Nachhaltigkeitsberichte vor. Dies ist das Ergebnis der Studie „Unternehmerische Verantwortung im Zeitalter von Transparenz“ der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouseCoppers (PWC). Analysiert wurde die Nachhaltigkeitskommunikation von insgesamt 89 Unternehmen des Deutschen Aktienindex (DAX, 30), des Schweizer Leitindex (SMI, 20) und des österreichischen Prime-Market und Aktienindex (ATX, 39). Deutsche Unternehmen liegen bei der Transparenz der nicht-finanziellen Berichterstattung deutlich an der Spitze. Bewertet wurden die Bereiche Governance und Ökonomie, Soziales und Gesellschaft sowie Umwelt und Klimaschutz. Auf einer Skala von null bis 100 Prozent erreichten die deutschen Unternehmen im Durchschnitt eine Bewertung von 77 % und die Schweizer von 66 %, während Österreicher mit 43 % weit niedriger bewertet wurden.

Für die Analyse haben die Experten von PWC die Rolle eines interessierten Stakeholder eingenommen und sich nur frei zugänglicher Informationen bedient. Es wurden keine Gespräche mit den Unternehmen geführt. Entscheidend für eine gute Bewertung war eine vollständige und transparente Berichterstattung. Auf insgesamt 18 Indikatoren anerkannter Richtlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung und Nachhaltigkeitsbewertung basiert die Analyse. Die meisten der untersuchten Berichte orientieren sich am Standard der Globale Reporting Initiative (GRI), 80 % davon wurden zudem extern verifiziert. Rund die Hälfte der Unternehmen publiziert auf dem GRI-Anwendungslevel „A“, in Österreich allerdings nur etwa ein Drittel. „Die Qualität der Nachhaltigkeitsberichterstattung der deutschen Unternehmen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen – dennoch gibt es nach wie vor Verbesserungsbedarf, vor allem im Hinblick auf die Bedürfnisse der Stakeholder“, erläutert Michael Werner, verantwortlicher Partner für den Bereich Sustainability Services bei PWC in Deutschland. „Lediglich ein Drittel der DAX-Unternehmen setzt sich in der öffentlichen Kommunikation eingehend mit seinen Stakeholdern auseinander, in Österreich und der Schweiz ist der Anteil dieser Unternehmen noch geringer“.

Überdurchschnittlich gut fällt die Bewertung der Nachhaltigkeitsberichte in den Branchen aus, die schon länger unter Beobachtung kritischer Stakeholder wie Verbraucher- und Umweltorganisationen stehen. Die besten Bewertungen erreichten mit 85,6 % die Energieunternehmen, am schlechtesten schnitten Immobilienunternehmen mit 18,1 % ab. Die beste Einzelbewertung erreichte der Konsumgüterhersteller Henkel mit 95 %, gefolgt von Siemens mit 94 Prozent und der Schweizer Roche Ltd. mit ebenfalls 94 Prozent.

Die Studie wird auf der PWC-Website zum Download angeboten.