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KPMG-Umfrage: Nachhaltigkeitsstrategien auf dem Vormarsch

Nachhaltigkeit ist längst kein Nischenthema mehr. Von 378 Unternehmen aus Europa, USA, Kanada und der Region Asien-Pazifik verfolgen 62 Prozent eine Nachhaltigkeitsstrategie. Noch nicht etabliert ist die Berichterstattung. Nur die Hälfte der befragten Unternehmen hat bereits einen Nachhaltigkeitsreport veröffentlicht oder plant dies in Kürze zu tun.

Berlin > Nachhaltigkeit ist längst kein Nischenthema mehr. Laut einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG unter 378 Unternehmen aus Europa, USA, Kanada und der Region Asien-Pazifik verfolgen 62 Prozent eine Nachhaltigkeitsstrategie. Bei einer Umfrage im Jahr 2008 waren es noch 50 Prozent. Bei Unternehmen, die mehr als eine Milliarde Dollar Umsatz erwirtschaften, sind es sogar 80 Prozent. Die Reduzierung von Emissionen und die Verbesserung der Energieeffizienz sind die wesentlichsten Betätigungsfelder.

Prof. Jochen R. Pampel, Head of Sustainability Services bei KPMG Deutschland: „Die meisten Unternehmen sind sich der Bedeutung einer aus den Unternehmenszielen abgeleiteten Nachhaltigkeitsstrategie bewusst“. Tatsächlich sind 61 Prozent der befragten Unternehmen der Überzeugung, dass sich die Integration von Nachhaltigkeitsprogrammen auszahlt, entweder in Form von Kosteneinsparungen oder durch steigende Profitabilität. Allerdings sehen die meisten der befragten Unternehmen auch Hindernisse bei der Umsetzung. Vor allem wurden fehlende Kriterien und Handlungsanweisungen genannt, die zur Ergebnis-Messung und Analyse notwendig sind. Pampel bestätigt: „Die größte Herausforderung liegt unserer Erfahrung nach in der wirtschaftlichen Operationalisierung. Es bedarf stabiler Prozesse und Systeme, um dieses Thema tatsächlich in alle relevanten Unternehmensteile entlang der internen Wertschöpfungskette zu integrieren.“ Erstaunlicherweise werden Budgetprobleme als weiteres Hindernis genannt. Nachhaltigkeitsprogramme müssen deshalb oft anderen, Gewinn versprechenderen Projekten nachstehen. Außerdem fehlen vielen Unternehmen internationale Regularien, die eine langfristige und sichere Planung ermöglichen.

Noch nicht etabliert ist die Berichterstattung. Nur die Hälfte der befragten Unternehmen hat bereits einen Nachhaltigkeitsreport veröffentlicht oder plant dies in Kürze zu tun. Immerhin 38 Prozent wollen auch zukünftig darauf verzichten. Pampel: „Dies ist durchaus überraschend. Denn die Bedeutung der Nachhaltigkeitsberichterstattung wird nach meiner festen Überzeugung weiter zunehmen. Schließlich fordern die Stakeholder vermehrt transparente Informationen, um daraus ihre Bewertungen und entsprechende Investitionsentscheidungen ableiten zu können. Eine nachvollziehbare Berichterstattung wird damit für Unternehmen zu einem immer wichtigeren Erfolgsfaktor.“ Bei deutschen Unternehmen scheint die Bedeutung schon stärker verankert. Eine aktuelle Analyse der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PriceWaterhouseCoppers (PWC) bescheinigt den Unternehmen des DAX 30 überwiegend ein positives Urteil. Nahezu alle Unternehmen veröffentlichen demnach Nachhaltigkeitsberichte, meist am GRI-Standard orientiert und extern verifiziert, gut die Hälfte sogar nach dem Anwendungslevel „A“.

Die KPMG-Studie wird auf der internationalen Website zum Download angeboten.

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