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Energiekonzern EnBW will massiv in erneuerbare Energien investieren

Karlsruhe > Der baden-württembergische Energieversorger EnBW setzt auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Die sei ein „ganz wesentlicher Schwerpunkt unserer Wachstumsinvestitionen“, sagte EnBW-Chef Hans-Peter Villis zum Auftakt der Hauptversammlung des Konzerns am Dienstag in Karlsruhe. „Kernkraft ist für und kein Dogma“, sagte Villis. Er kündigte an, den Anteil an erneuerbaren Energien bis 2020 auf 20 Prozent anzuheben. Dafür seien rund acht Milliarden Euro notwendig. Das Geld dazu soll laut Villis zum Teil aus dem Verkauf von Minderheitsbeteiligungen in Höhe von 1,8 Milliarden Euro und aus zusätzlichen Sparprogrammen kommen.

Am Nachmittag soll der EnBW-Aufsichtsrat neu besetzt werden, dem künftig auch die ehemalige Grünen-Politikerin Gunda Röstel angehören soll. Auf sie hatten sich die Grüne und SPD geeinigt, die nach den Landtagswahlen voraussichtlich die neue Landesregierung stellen werden. Röstel war von 1996 bis 2000 Bundesvorsitzende der Grünen. Sie wechselte im Oktober 2000 in die Wirtschaft und wurde Managerin für Projektentwicklung und Prokuristin bei der Eon-Tochter Gelsenwasser AG. Seit 2004 ist sie Geschäftsführerin der Stadtentwässerung Dresden.

Villis sieht nach eigenen Worten in dem von der Bundesregierung und der Gesellschaft gewollten Atomausstieg auch „Chancen“ für EnBW. Das Unternehmen, das zwei seiner vier Atomkraftwerke vom Netz nehmen musste, investierte Villis zufolge bereits „ganz erheblich“ in den Ausbau erneuerbarer Energien wie Wasser- oder Windkraft. „Kein anderes Unternehmen investiert mehr in die erneuerbaren Energien als die EnBW“, sagte der Konzernchef.

Der Manager verwies in diesem Zusammenhang auf den Windpark „Baltic 1“ in der Ostsee und das Wasserkraftwerk Rheinfelden am Oberrhein. Der Anteil der erneuerbaren Energieen an der Stromproduktion des Konzerns beträgt laut Villis rund 3100 Megawatt oder zehn Prozent. EnBW will die Produktion von grünem Strom bis 2020 verdoppeln und forderte die künftige grün-rote Landesregierung mit Blick darauf auf, neue Standorte für Windkraftanlagen auszuweisen. Der designierte Grünen-Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte bereits angekündigt, den Anteil aus Windstrom im Land von derzeit 0,7 Prozent auf zehn Prozent erhöhen zu wollen.

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