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Rangliste: Die Klimasünden europäischer Unternehmen

Welche europäischen Unternehmen gehören zu den größten Klimasündern und welche wirtschaften mit den geringsten Emissionen? Die britische „Environmental Investment Organisation“ will diese Frage beantworten und hat in einem Ranking die CO2-Emissionen der 300 größten europäischen Unternehmen erfasst.

London > Welche europäischen Unternehmen gehören zu den größten Klimasündern und welche wirtschaften mit den geringsten Emissionen? Die britische „Environmental Investment Organisation“ (EIO) versuchte diese Frage zu beantworten und hat erstmals in einem Ranking die CO2-Emissionen der 300 größten europäischen Unternehmen erfasst. Platz eins als sauberstes Unternehmen belegt der britische Versicherungskonzern AVIVA mit einem CO2-Ausstoß von 0,85 Tonnen je einer Million US-Dollar Umsatz. Das Schlusslicht bildet das polnische Bergbauunternehmen KGHM Polska Miedz. Unter den deutschen Unternehmen führt die Deutsche Bank das Ranking an (gesamt auf Platz 9) mit einem Ausstoß von 4,68 Tonnen.

Das „ET Europe 300 Carbon Ranking“ listet auf 42 Seiten die freigesetzten Treibhausgase im Verhältnis zum Umsatz auf. Damit sollen Größenunterschiede der Unternehmen ausgeglichen werden. Gleichzeitig macht dieses Vorgehen auch das größte Problem der Studie aus. Zwar werden die Größenunterschiede ausgeglichen, Branchenunterschiede allerdings nicht eliminiert. Das führt dazu, dass die vorderen Plätze sämtlich von Finanzdienstleistern besetzt sind. Zudem werden nur die direkten Emissioen erfasst, der indirekte Ausstoß durch Zulieferer, Abfall-Entsorgung oder Geschäftsreisen entfällt. Würden diese Emissionen in die Bewertung einfliessen, könnte sich das Ranking deutlich verschieben. Hinzu kommt die Ungleichheit der Datenbasis. Während einigen Unternehmen aktuelle, vollständige und zertifizierte Daten vorlegen können, waren von anderen Unternehmen keine Daten zu bekommen. Aber auch der Vergleich bereits zertifizierter Daten gestaltet sich schwierig. Sam Gill, Direktor des EIO: „Die Berichtszeiträume und Zeitpunkte sind sehr unterschiedlich. Während manche Unternehmen schon ihre Zahlen für 2010 veröffentlicht haben, stehen bei anderen noch die Zahlen aus 2009 zur Verfügung“.

Ungeachtet der Rangfolge zeigt das Ranking auch die tatsächlichen Emissionswerte der Unternehmen an. Danach führt der deutsche Energieversorger E.on das Ranking als größter Klimaverschmutzer an. Knapp 165 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr. Im Verhältnis zum Umsatz schaffte E.on immerhin noch den 120. Platz. Für Sam Gill zeigt das Ranking, bei allen noch bestehenden Problemen, nicht nur die Emissionswerte der Unternehmen, sondern vor allem auch ihre Offenheit im Umgang damit. Neben einer aussagekräftigen Darstellung der klimaschädlichen Emissionen sieht Gill vor allem eine Steigerung der Transparenz als nennenswertes Ziel für die Fortführung des Rankings.

Das „ET Europe 300 Carbon Ranking“ ist online oder als kompletter Bericht zum Download verfügbar.