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Ägypter demonstrieren am Tag der Arbeit für soziale Gerechtigkeit

Anlässlich des Tags der Arbeit haben am Sonntag tausende Ägypter in Kairo für mehr soziale Gerechtigkeit demonstriert. Sie forderten die Einführung eines Mindestlohns, die Verurteilung von Mitarbeitern korrupter Gewerkschaften und die Unabhängigkeit der Gewerkschaften. Die Ägypter beklagen seit langem die großen Unterschiede bei der Bezahlung von Managern und Angestellten.

Kairo > Anlässlich des Tags der Arbeit haben am Sonntag tausende Ägypter in Kairo für mehr soziale Gerechtigkeit demonstriert. Auf dem Tahrir-Platz in der Hauptstadt, der während der Protestbewegung gegen den inzwischen gestürzten Präsidenten Husni Mubarak Zentrum der Demonstrationen war, wandten sich Vertreter unabhängiger Gewerkschaften an die Teilnehmer. Sie forderten die Einführung eines Mindestlohns, die Verurteilung von Mitarbeitern korrupter Gewerkschaften und die Unabhängigkeit der Gewerkschaften. Die Ägypter beklagen seit langem die großen Unterschiede bei der Bezahlung von Managern und Angestellten. Unabhängige Gewerkschaften waren während der Regierungszeit Mubaraks zudem verboten.

Auch in Marokko gingen am Tag der Arbeit mehrere tausend Menschen auf die Straße. In Casablanca versammelten sich etwa 2000 Jugendliche der Bewegung des 20. Februar, die politische Reformen fordert, wie ein AFP-Journalist berichtete. Insgesamt demonstrierten in Casablanca knapp 5000 Menschen. In der Hauptstadt Rabat protestierten etwa 3000 Menschen. In Marrakesch, wo es vor wenigen Tagen einen Anschlag gegeben hatte, zogen mehrere hundert Menschen bis zu dem zentralen Platz der Altstadt, wo der Anschlag begangen worden war. Die Demonstranten nutzten die Proteste, um den Terroranschlag mit 16 Toten zu verurteilen. Der Anschlag hatte zu Befürchtungen geführt, die von König Mohammed VI. angekündigten Verfassungsreformen könnten wieder zurückgenommen werden.

In der algerischen Hauptstadt Algier versammelten sich am Sonntag unter starkem Aufgebot von Polizisten mehrere Dutzend Menschen, um für „Würde“ und eine „anständige Arbeit“ einzutreten. Die Männer, die aus verschiedenen Landesteilen nach Algier gekommen waren, riefen die Behörden auf, eine Lösung für die Probleme auf dem Arbeitsmarkt zu finden. Die Arbeitslosenquote liegt in Algerien bei etwas mehr als zehn Prozent, bei den unter 30-Jährigen jedoch bei mehr als 20 Prozent. Seit Anfang des Jahres hatte es in Algerien immer wieder Proteste gegeben, dabei wurden nach offiziellen Angaben fünf Menschen getötet und mehr als 800 verletzt.

Algeriens Präsident Abdelaziz Bouteflika ließ bei den offiziellen Feierlichkeiten zum Tag der Arbeit in der Stadt Sétif erklären, die Arbeit sei ein essenzielles Recht des Menschen. Das Vertrauen der Jugend in die Zukunft müsse wiederhergestellt werden. Zugleich betonte er die „absolute Priorität“ innerhalb des Fünfjahresplans, der 2014 ausläuft, drei Millionen zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen.

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