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USA verklagen Deutsche Bank wegen dubioser Kreditvergabe

Wegen zweifelhafter Geschäfte auf dem US-Immobilienmarkt hat die Regierung in Washington Klage gegen die Deutsche Bank eingereicht. Die USA werfen der Deutschen Bank und ihrer US-Tochter MortgageIT „rücksichtslose“ Praktiken bei der Vergabe von Hypothekenkrediten sowie Betrug vor. Die Deutsche Bank wies die Vorwürfe als haltlos zurück.

Washington / Frankfurt am Main > Wegen zweifelhafter Geschäfte auf dem US-Immobilienmarkt hat die Regierung in Washington Klage gegen die Deutsche Bank eingereicht. Wie am Dienstag aus Gerichtsunterlagen in New York hervorging, werfen die USA der Deutschen Bank und ihrer US-Tochter MortgageIT „rücksichtslose“ Praktiken bei der Vergabe von Hypothekenkrediten sowie Betrug vor. Die Deutsche Bank wies die Vorwürfe als haltlos zurück.

In der Zivilklage vor einem Bundesbezirksgericht fordert die US-Regierung von der Deutschen Bank Schadenersatz und Geldstrafen. Das größte deutsche Geldinstitut und seine US-Tochter hätten „wiederholt gelogen“, um in ein Regierungsprogramm aufgenommen zu werden, das Hypotheken versichert. Anschließend hätten sie Immobilienkredite vergeben ohne darauf zu achten, ob die Kreditnehmer ihre Schulden überhaupt zurückzahlen könnten.

Der Staat habe bereits ausgefallene Kredite in Höhe von 386 Millionen Dollar (260 Millionen Euro) übernehmen müssen und rechne mit weiteren Ausfällen in Höhe von mehreren hundert Million Dollar. „Während die Deutsche Bank und MortgageIT vom Weiterverkauf der regierungsversicherten Hypotheken profitierten, sind tausenden amerikanischen Hausbesitzern Bankrott und Zwangsräumung widerfahren“, heißt es in der Klageschrift. Die Regierung wiederum habe mit Garantien für die faulen Kredite geradestehen müssen.

Die Deutsche Bank wies die Vorwürfe als haltlos zurück. Die Bank werde sich energisch gegen das juristische Vorgehen der USA zur Wehr setzen, sagte ein Sprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. An der Frankfurter Börse brach die Aktie der Deutschen Bank nach der Klageankündigung zeitweise um mehr als drei Prozent ein.

Die Deutsche Bank hatte die US-Tochter im Januar 2007 übernommen. Der Klageschrift zufolge sicherte MortgageIT zwischen 1999 und 2009 rund 39.000 Hypotheken im Gesamtwert von mehr als fünf Milliarden Dollar über Staatsgarantien der Federal Housing Administration (FHA) ab. Durch den Weiterverkauf von Hypotheken hätten Deutsche Bank und MortgageIT „bedeutende Gewinne“ gemacht, weil diese wegen der Staatsgarantien für Finanzinvestoren sehr attraktiv gewesen seien.

Die lasche Vergabepraxis bei Hypothekenkrediten an Privatleute hatte zu einer Blase auf dem US-Immobilienmarkt geführt, die im Herbst 2008 platzte und zu einer weltweiten Finanzkrise führte. Ein mit der Aufarbeitung der Krise betrauter Ausschuss des US-Senats hatte der Deutschen Bank erst Mitte April eine Mitschuld vorgeworfen: Wie andere Banken soll das Frankfurter Geldhaus wissentlich auf faulen Krediten beruhende Wertpapiere an Investoren verkauft haben. Der reihenweise Ausfall dieser Papiere brachte das Bankensystem an den Rand des Zusammenbruchs.

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